Buchcover Clans of Ninja Rats. Kämpfer des Feuers

Die Farbratte Ferdinand hasst das Leben in der Zoohandlung und flieht bei der ersten Gelegenheit....

Rezensiert von Dr. Eva Maus

Schon gewusst? Die Kunst der Ninjas haben die Menschen von Ratten gelernt und die Clans of Ninja Rats leben noch heute unter New York. Ferdinand hat keine Ahnung davon, bis er aus einem Zoogeschäft abhaut, durch Zufall zum Clan des Feuers stößt und im dortigen Internat seine Ausbildung zum Krieger beginnt. In dem spannenden Pageturner wird die als ‚Oberweltler‘ gemobbte Farbratte Ferdinand vom Außenseiter zum Helden.    

BuchtitelClans of Ninja Rats. Kämpfer des Feuers
AutorGesa Schwartz, illustr. v. Melanie Korte
GenreAbenteuer
Fantasy
Lesealter12+
Umfang401 Seiten
Edition1. Auflage
Verlagcbj
ISBN978-3570178201
Preis14,00 €
Erscheinungsjahr2023

Die Farbratte Ferdinand hasst das Leben in der Zoohandlung und flieht bei der ersten Gelegenheit. Als er kurz darauf im Central Park von einer Katze angegriffen wird, kämpft er zwar tapfer, muss aber schließlich von einer fremden, sehr seltsamen Ratte gerettet werden. Dieser beeindruckende Kämpfer stellt sich als Shadow vor und erklärt dem staunenden Ferdinand, dass die menschlichen Ninjas einst von den Ratten lernten und dass es noch immer Ninja-Ratten gibt, die in Clans aufgeteilt im Verborgenen unter New York leben. Weil Ferdinand im Kampf mit der Katze Mut und Willensstärke bewiesen hat, bringt ihn Shadow zum Feuerclan, wo er ungewöhnlicherweise trotz seiner oberirdischen Herkunft aufgenommen wird und nun eine Ausbildung zum Ninja erhalten soll. Im Internat des Feuerclans lernt Ferdinand bald (vermeintliche) Freund*innen und Feind*innen sowie strenge, grausame und inspirierende Lehrkräfte kennen. Er übt Kämpfen, Magie und Lesen. Die Ausbildung ist hart, Ferdinand wird als ‚Oberweltler‘ beschimpft und zudem wird der Clan immer wieder aus den eigenen Reihen verraten. Als es zum blutigen Krieg zwischen den Clans kommt, zeigt sich, wer Feind*in, wer Freund*in und wer Verräter*in ist. Schließlich wird der Außenseiter Ferdinand – gerade, weil er nicht in den Feuerclan hineingeboren wurde – zum rettenden Helden.  

Auch wenn die Idee von Ninja-Ratten und das Cover vielleicht etwas kindlich daherkommen, verbirgt sich hinter dem Titel ein echter Pageturner, der nicht nur durch einen durchgängigen Spannungsbogen und kaum vorhersehbare Plot Twists überzeugt, sondern auch blutige und grausame Kriegsszenen bietet. (Daher empfiehlt boys&books Ninja Rats – anders als der Verlag – nicht ab einem Alter von 10, sondern erst ab 12 Jahren.) Der Kampf des Außenseiters Ferdinand, der davon träumt, eine Ninja-Ratte im Clan des Feuers zu werden, und sich im Internatsleben sowie gegen böse Gegenspieler behaupten muss, erinnert dabei immer wieder an Klassiker der fantastischen Jugendbücher wie Harry Potter (J. K. Rowling). 


Dass es sich in diesem Fall nicht um Menschen, sondern um Ratten handelt, befremdet höchstens auf den ersten Seiten und birgt zudem viele interessante Aspekte, weil Ratten ihre Sinne anders nutzen und Ferdinand durch sein Aufwachsen als normale Farbratte Bücher oder Kleidung – für die Ninja-Ratten selbstverständlich – neu entdecken muss.

Ferdinand bietet sich als sympathische Hauptfigur mit großen Träumen und starkem Willen als Identifikationsfigur an. Wegen seines schweren Standes als ‚Hausratte‘ und ‚Oberweltler‘ innerhalb des stolzen Kriegerclans wird er immer wieder diskriminiert, rappelt sich aber nach jedem Rückschlag auf. Er ist dabei längst nicht die einzige Ratte, die als vielschichtige Figur angelegt ist und Lesenden schnell ans Herz wächst. Auch Figuren, bei denen lange nicht klar ist, ob sie gut oder böse sind, gestaltet die Autorin Gesa Schwartz rund und interessant.


Lesemuffel schrecken eventuell vor dem großen Seitenumfang zurück; doch das Buch ist überraschend schnell gelesen, weil die Schrift recht groß und der Pageturner kurzweilig und leicht lesbar ist. 

Das chronologisch aus Ferdinands Perspektive erzählte Buch ist insofern nur wegen der Seitenstärke eher etwas für fortgeschrittene Lesende. Wer einen echten Pageturner mit viel Action und Spannung sucht, trifft mit Ninjas Rats eine gute Lektürewahl.


Clans of Ninja Rats. Kämpfer des Feuers eignet sich in erster Linie für Vielleseverfahren und freie Leseformate. Es bietet – egal, ob in der gedruckten Version oder als eBook – hohe Leseanreize durch viel Spannung und ist so leicht zu verstehen, dass es auch unbegleitet rezipiert werden kann. Insbesondere Fans von typischen Fantasy-Geschichten, die in magischen Internaten spielen und in denen ein Außenseiter zum Helden heranwächst, werden mit Ninja Rats ihre Freude haben. Im Vergleich zu beispielsweise Harry Potter (J. K. Rowling), Percy Jackson (Rick Riordan) oder Charlie Bone (Jenny Nimmo) ist Clans of Ninja Rats jedoch deutlicher schneller und einfacher zu lesen. Zudem bietet die Ansiedlung der Handlung in eine verborgen lebenden Rattengemeinschaft mit verfeindeten Clans einen zusätzlichen Reiz.

Gleichzeitig lassen sich viele Themen für Anschlusskommunikation nutzen: Es geht um Freundschaft, Mobbing, Werte und Normen etc. Auch Sachrechercheaufgaben zu den Themen ‚Ninjas‘ und ‚Ratten‘ können gewinnbringend auf das Buch bezogen werden. Es gibt somit viele Themen, die z.B. im Rahmen eines Lesetagebuches oder -blogs bearbeitet und diskutiert werden können. Bei Antolin ist das Buch ebenfalls vertreten.

Der Aufbau des Buches lässt auf weitere Bände über Ninja Ratten hoffen, sodass Lesemotivation in Fortsetzungen mitgenommen werden könnte.