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Buchcover Falk Holzapfel: Millenia Magika - Der Schleier von Arken

Rezension von Kristina Schmitt

Adrian haut von Zuhause ab und sucht Zuflucht bei seiner Tante, die zwar am langweiligsten Ort der Welt wohnt, an dem ihn aber zumindest die Schule und sein Stiefvater nicht nerven können. Doch statt Kaffeeklatsch sind es Trolle, Hexen, Werwölfe und andere geheimnisvolle Wesen, die ihn in der magischen Welt von Arken erwarten. Bevor er begreifen kann, welches Geheimnis 1000 Jahre gehütet wurde, befindet sich Adrian schon mit seinen neuen Freunden, der jungen Hexe Jazz und dem Troll Juri, in einem spannenden Abenteuer: Seine Tante, die die Fäden der magischen Welt zusammenhält, wurde entführt…

BuchtitelMillenia Magika - Der Schleier von Arken
AutorFalk Holzapfel
GenreAbenteuer
Lesealter12+
Umfang352 Seiten
VerlagSchneiderbuch
ISBN978-3505143564
Preis14,00 €

Adrian hat genug von dem Stress mit seinem Stiefvater und der Schule und flüchtet zu seiner Tante Lia nach Arken. Dort gibt es weder Handynetz noch Internet – genau der richtige Ort für den 13-jährigen Jungen, um eine Weile abzutauchen. Als Adrian endlich bei seiner Tante ankommt und mitten in eine Kaffeerunde platzt, geschehen plötzlich seltsame Dinge: Auf dem Arm von Jazz, einem Mädchen, das neuerdings bei seiner Tante wohnt, erscheinen mysteriöse Symbole, die Augen seiner Tante fangen an zu leuchten und das Gesicht eines Besuchers verwandelt sich in eine Fratze. Adrian verlässt fluchtartig das Haus seiner Tante. Spätestens als er Juri, einem Jungen mit geschwungenen Hörnern und roten Augen begegnet, wird ihm klar, dass mit Arken und seinen Bewohner*innen irgendetwas nicht stimmt. Die beiden Jugendlichen Juri und Jazz wollen Adrian helfen, das Geheimnis um Arken zu verstehen. Doch bevor er all diese rätselhaften Informationen verarbeiten kann – den Anbruch des magischen Millenniums, den Schleier, durch den er die magische Welt sehen kann, und die Stellung seiner Tante als angesehene Hexe – erreicht ihn die schreckliche Nachricht, dass seine Tante entführt wurde. Adrian, Juri und Jazz begeben sich in ein unerwartetes Abenteuer, um die Entführte zu finden und damit nicht nur seine Tante, sondern auch den Frieden und den Schutz der magischen Welt von Arken zu retten. Mit dieser Lektüre beginnt eine magische Reise mit freundlichen Trollen, furchterregenden Ghulen, mächtigen Hexen und geheimnisvollen Werwölfen, die die Leser*innen in ihren Bann ziehen wird. 

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden. 

Millenia Magika – Der Schleier von Arken ist ein spannender Fantasyroman, der mit der richtigen Mischung aus Spannung, Magie und Humor überzeugt. Die Geschichte um Adrian und die magische Welt von Arken hält für die Leser*innen actiongeladene Abenteuer und unerwartete Wendungen bereit, die die Lektüre zu einem echten Pageturner werden lassen.

Der 13-jährige Adrian birgt großes Identifikationspotenzial. Als 13-Jähriger schlägt er sich mit den üblichen Problemen eines Teenagers herum und flieht vor diesen nach Arken, wo alles anders ist. Hier funktioniert sein Smartphone nicht mehr, es gibt keinen H&M oder McDonalds und seine Tante hat nicht einmal einen Fernseher, geschweige denn Internet. Bereits hier prallen zwei unterschiedliche Welten aufeinander. Dieser Clash verschärft sich, als Adrian durch den Schleier blicken und die magische Welt von Arken erkennen kann. Damit eröffnet sich dem Jungen ein neues Universum mit fremden Wesen und neuen Fähigkeiten. Schnell wird klar, dass auch Adrian eine besondere Begabung hat, die er aber weder kontrollieren noch einordnen kann. Im Laufe der Geschichte erfährt Adrian nicht nur immer mehr über die magischen Wesen und Arken, sondern auch über sich und seine magische Identität. Diese Entwicklung vom unbeholfenen Jungen mit unkontrollierten Fähigkeiten zu einem selbstbewussteren, mutigen Magier, der aber immer noch viel Hilfe von den erfahrenen Arkenern braucht, wird authentisch erzählt und lässt Adrian sehr nahbar wirken. Der Entwicklungsprozess bleibt über das Ende hinaus offen und lässt viel Potenzial für die weiteren Bände der Reihe erkennen. Trotzdem hätten die besonderen Begabungen von Adrian stärker Einsatz finden können – Adrians Fähigkeiten werden immer besser, dennoch tragen sie zur Wendung der Geschichte eigentlich kaum bei: Die Rettung vor den Verzehrern gelingt doch eher durch Taktik und Geschick als durch Magie. Gerade dies hebt allerdings den Protagonisten auch von anderen Helden*innen ab. Im Gegensatz zu Harry Potter bleibt Adrian trotz seiner Abstammung und besonderen Begabung ein sehr normaler Jugendlicher, der sich aus Überforderung lieber im Wald versteckt, statt in den Kampf zu ziehen. Er bleibt durchgängig auf die Hilfe seiner Freunde*innen angewiesen.

Insgesamt wirken die vielseitigen Charaktere sehr sympathisch und nahbar und sie weisen keine stereotypen Zeichnungen auf. Die Hexe Jazz, die das Team anführt, und der Troll Juri sind authentische Charaktere, die sowohl mutige und starke als auch ängstliche und zarte Facetten zeigen. Aber auch die erwachsenen Helfer und magischen Wesen sind vielseitig gestaltet und runden die Geschichte gelungen ab. Besonders die humorvolle Seite des Romanes wird durch die überzeugenden Figuren mit einzigartigen Charakterzügen getragen: So bringt beispielsweise der gefräßige Barnaby mit seiner Liebe zu Apfelkuchen die Leser*innen immer wieder zum Schmunzeln ebenso wie der starke Troll Juri, der sich als Nerd entpuppt und den Roman intertextuell mit Bezügen und Zitaten aus bekannten Comics oder Filmen wie zum Beispiel Star Wars spickt.

Die Komik kontrastiert der Autor sehr gelungen durch gruselige actionreiche Szenen. Immer wieder befinden sich die drei Freunde in lebensbedrohlichen Situationen, die immer nur ganz knapp gerade noch gut ausgehen und die Spannung von Beginn an aufrechterhalten. Unterstützt werden alle Kapitel zudem durch sehr ansprechende moderne Illustrationen in Schwarz-Weiß mit roten Highlights sowie durch eine Stadtkarte von Arken.

Alles in allem ist dieser Fantasyroman vollgepackt mit Abenteuer, Freundschaft und Magie in Kombination mit Grusel und Komik – eine Leseempfehlung, die nicht nur Harry Potter-Fans begeistern wird. 

Der Roman empfiehlt sich für die Freizeitlektüre oder die Klassenbibliothek. Durch das aussagekräftige Cover in mystischen Blautönen, das einen weißen Wolf, den Schatten der drei Protagonisten*innen in einer Waldlichtung sowie magische Symbole zeigt, werden nicht nur Fantasy-Interessierte angesprochen und zum Lesen animiert. Zudem regen die Illustrationen und die angenehme Schriftgröße und Seitengestaltung zum Weiterlesen an.

Auch als Klassenlektüre kann der Roman zum Einsatz kommen. Gemeinsam könnten die Schüler*innen die verschiedenen magischen Wesen und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten herausarbeiten. Auch die beiden Seiten der Magie, die in der Geschichte eine große Rolle spielen, jedoch sehr differenziert und nicht schwarz-weiß-malerisch dargestellt werden, könnten diskutiert und visualisiert werden.

Ebenso bietet sich der Roman im Unterricht für eine magische Themenwoche mit verschiedenen Fantasy-Büchern, -Filmen, -Computerspielen etc. an, bei der ein Fokus auf magischen Wesen gelegt wird: Hierbei kann zum Beispiel die unterschiedliche Bedeutung von Werwölfen, Trollen, Hexen, usw. in den Geschichten unterschiedlicher Medien verglichen und analysiert werden.