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Buchempfehlungen

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Buchcover Stefan Gemmel: Lucas und der Zauberschatten

Rezension von Laura Mogl

Zauberer und Zeitreisen? Sowas gibt es doch nur in Geschichten! Nach der Begegnung mit dem geheimnisvollen Nathanael findet sich Lucas jedoch plötzlich im Mittelalter wieder und erkennt: Zaubern und Zeitreisen sind wirklich möglich. Gemeinsam mit seinen Freunden muss Lucas an den Hof von König Artus reisen, um den bösen Magier Shalamar aufzuhalten. Ein spannendes Abenteuer für große Fans von Magie und Mittelalter!

BuchtitelLucas und der Zauberschatten
AutorStefan Gemmel
GenreFantasy
Lesealter10+
Umfang185 Seiten
VerlagBaumhaus
ISBN978-3-8339-0598-8
Preis10,00 €

Während einer Mutprobe trifft Lucas auf den mysteriösen Nathanael, der sich schließlich als Zauberer entpuppt und einst bei Merlin selbst sein Handwerk lernte. Nathanael schickt Lucas mithilfe seiner Magie auf Zeitreisen: Am Hofe von König Artus muss Lucas gemeinsam mit seinen Freunden Ole und Li-Feng einen alten Fluch brechen, der vom Tischtuch der Tafelrunde ausgelöst wurde. Der böse Zauberer Shalamar verbreitet mithilfe dieses verzauberten Tischtuchs Böses in der Welt. Gemeinsam müssen die Freunde Shalamar aufhalten und die Tischtuchteile wieder zusammenfügen. Dabei bekommen sie unerwartete Hilfe von Kracks – einem verzauberten Ast, der eigentlich Shalamar dienen muss. Gemeinsam gelingt es den Freunden schließlich, den düsteren Plan von Shalamar zu stoppen; doch das Abenteuer ist noch nicht zu Ende!  

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden.

Stefan Gemmel gelingt es mit Lucas und der Zauberschatten eine interessante Mischung aus Themen rund um Freundschaft in der „modernen Welt“ sowie einem Mittelalter-Abenteuer zu kreieren. Den Leser*innen werden dadurch Zeitreisen, Magierduelle, ein nervenkitzelnder Showdown und daneben auch viele Alltagsthemen aus der Lebenswelt der Kinder präsentiert, wie beispielsweise Mutproben, Freundschaft, Mobbing im Internet und vieles mehr, wodurch sie viele Anknüpfungspunkte für ihre Interessen finden. 

Der Protagonist Lucas bietet zahlreiche Identifikationsmöglichkeiten: In seinem Alltag kämpft er mit vielen Problemen, die auch die jungen Leser*innen häufig kennen. So wird er gleich zu Beginn des Buches mit einer Mutprobe konfrontiert: Er soll für seine Klasse eine teure Musikbox stehlen; tut er das nicht, drohen ihm einige Mitschüler*innen, ihn im Internet zu demütigen. Doch mithilfe von Nathanael stellt Lucas fest, dass es falsch ist, sich einschüchtern zu lassen und findet mit seinen neuen Freunden einen Weg, den Klassenrowdys den Wind aus den Segeln zu nehmen. Im weiteren Verlauf der Handlung agiert er zunehmend gewitzt und setzt sich mutig für seine Freunde ein. Dass Freundschaft für den Jungen von großem Wert ist, zeigt sich schließlich auch in seiner Entscheidung, die gefährliche Reise ins Mittelalter anzutreten. Besonders motivierend kann es für die jungen Leser*innen sein, wenn sie – wie Lucas – Rätsel knacken können: Hierzu sind am Ende des Buches Rätselseiten aufgeführt, die die Leser*innen zum Mitmachen auffordern, indem ihr Wissen beispielsweise durch Multiple-Choice-Fragen über die Burg von König Artus abgefragt wird oder sie mithilfe einer kleinen Dechifriertabelle die Namen der Mitglieder der Tafelrunde entschlüsseln müssen. Die Rätselknacker*innen können ihre Aufgaben mithilfe der Lösungsseite selbstständig überprüfen. 

Der Autor integriert zudem viele Ideen, die bei Kindern sehr beliebt sind: So erinnert der drollige Ast, der ausschließlich seinen Namen sagen kann, an Groot aus der Marvel-Reihe Guardians of the Galaxy. Die Kombination aus dem bösen Shalamar und seinen untergebenen Knubbelgeistern kann mit Gru und seinen Minions aus der Filmreihe Ich einfach unverbesserlich verglichen werden. Aufgrund der Verknüpfung von Mittelalter-Themen, Magierduellen und Zeitreisen bietet sich den Leser*innen somit ein Potpourri an Motiven, die bei (männlichen) Kindern und Jugendlichen sehr beliebt sind und auf diese Weise auf große Begeisterung treffen. 

Die Handlung kommt schnell zum Punkt, wodurch die Geduld der leseschwachen Kinder nicht auf die Probe gestellt wird. Hilfreich ist dabei auch die Länge des Buches, das mit seinen 185 Textseiten nicht zu umfangreich ist und in Kombination mit der etwas größeren Schriftgröße eine gelungene Unterstützung für Nicht- oder Wenigleser*innen bietet. Entlastet werden die Leser*innen zudem durch die häufig sehr großflächigen Illustrationen, die ästhetisch gestaltet sind und zentrale Elemente – wie beispielsweise die Ritterburg König Artus‘ im Mittelalter (S. 62f.) oder das alte Fabrikgebäude, in dem sich die drei Freunde mit Nathanael in der Gegenwart (S. 34f.) treffen – veranschaulichen. 

Zusammenfassend präsentiert der Autor mit Lucas und der Zauberschatten einen gelungenen Titel, der insbesondere junge Leser*innen anspricht, die sich für Mittelalter und magische Abenteuer begeistern können. Wen Lucas‘ Mittelalter-Abenteuer packen konnte, kann sich freuen: Band 2 der Zauberschatten-Reihe ist bereits erschienen!  

Lucas und der Zauberschatten bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Leseförderung: 

So eignet sich das Buch zunächst insbesondere als Empfehlung zur Privatlektüre. Durch das bunte und neugierig machende Cover, das den Protagonisten und die drolligen Knubbelgeister zeigt, den Titel und die anschauliche, ästhetische Buchgestaltung werden vor allem Leser*innen angesprochen, die sich für magische Abenteuer interessieren. Aufgrund des geringeren Umfangs, die überwiegend kurz gehaltenen Kapitel und der ansprechenden Illustration können auch Lesemuffel zum Lesen des Buches motiviert werden. Da der vorliegende Band die Zauberschatten-Reihe eröffnet, könnten deren Folgebände die Leselust der Kinder aufrechterhalten und sie weiter zum Lesen animieren.

Vorstellbar wäre das Buch auch im Rahmen von Vielleseverfahren in Klassen- oder Schulbibliotheken. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Lernende, die das Buch überzeugen konnte, Lucas und die Zauberschatten im Zuge von Buchpräsentationen ihren Klassenkamerad*innen vorstellen. 

Daneben können mithilfe des Buches lektürebegleitend zentrale Themen rund um Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Mobbing behandelt werden. Hierzu bietet insbesondere die zu Beginn des Buches geschilderte Mutprobe und die damit verbundenen angedrohten Konsequenzen der Mitschüler*innen Gesprächsanknüpfungspunkte, die im Lernbereich Sprechen und Zuhören verortet werden. Gemeinsam mit den Schüler*innen können auf dieser Basis eigene Erfahrungen mit Mobbing thematisiert und aufgearbeitet werden, wodurch die Lernenden für dieses wichtige Themenfeld sensibilisiert werden. 

Schließlich ist auch eine Verknüpfung mit den Sagen rund um König Artus und die weiteren Ritter seiner Tafelrunde möglich. Die Lernenden können hierzu selbstständig weitere Abenteuer recherchieren (z.B. Iwein Löwenritter von Felicitas Hoppe) und in einem Projekt präsentieren. Darüber hinaus bietet die Behandlung des Mittelalters weitere Anknüpfungspunkte (beispielsweise in Verbindung mit dem Fach Geschichte oder HSU), wodurch die Lernenden sich z.B. mit dem Aufbau und dem Leben auf einer Burg beschäftigen oder den Werdegang eines Ritters nachempfinden.