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Buchempfehlungen

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Buchcover David Walliams: Banditen-Papa

Rezension von Benjamin Tüngethal

Was kann ein 11-jähriger Junge schon gegen einen fiesen Gangsterboss ausrichten, der es auf seinen Vater und jede Menge Geld abgesehen hat? – Ganz schön viel! Weil Franks Vater aufgrund seiner alten Rennfahrerverletzung kein Geld verdienen kann, lässt er sich auf dunkle Machenschaften mit dem gemeinen Mr. Big ein. Glücklicherweise hat er einen abenteuerlustigen Sohn, der ihn sogar aus dem Gefängnis schmuggelt...
Wer wissen will, was es mit dem superschnellen Renn-Mini „Queenie“ auf sich hat und wie Frank seinen Vater aus dem Gefängnis schmuggeln kann, kann sich auf ein wildes Leseabenteuer freuen.

BuchtitelBanditen-Papa
AutorDavid Walliams
GenreHumor & Comedy
Lesealter10+
Umfang444
VerlagRowohlt Taschenbuch
ISBN978-3-499-21844-6
Preis15,00

Der Protagonist Frank ist ein 11-jähriger Junge, der mit seinen Eltern in einfachen Verhältnissen lebt. Der Vater Gilbert ist ein bekannter Rennfahrer. Nachdem er bei einem Unfall auf der Rennstrecke sein rechtes Bein und damit auch seinen Job verliert, verlässt ihn seine Frau Rita für den reichen Gangsterboss Mr. Big. Die finanzielle Situation von Frank und Gilbert wird so schlecht, dass sich Gilbert Geld von Mr. Big leiht. Nun zwingt ihn der Verbrecherkönig, den Fluchtwagen beim nächsten Banküberfall zu fahren. Frank findet heraus, in welche Lage sich sein Vater manövriert hat und versucht ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
Frank folgt den Bankräubern, wird aber entdeckt und muss mit ihnen fliehen. Es gelingt Gilbert, die Polizei mit einer Karambolage außer Gefecht zu setzen. Der Vater hat damit allerdings seine Schuld bei Mr. Big noch nicht beglichen. Außerdem kann die Polizei das Auto zu Gilbert zurückverfolgen. Ihm wird nun der Bankraub angehängt und er muss ins Gefängnis.
Um seinen Vater zu befreien, überlegt sich Frank einen Plan. Da sich Tante Flip und Gilbert sehr ähnlichsehen, übernimmt Flip Gilberts Platz im Gefängnis. Daraufhin fahren sie zu Mr. Big, um die Beute des ersten Bankraubes zu stehlen und in die Bank zurückzubringen. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit Mr. Big, aber sie können das Geld aus dem Safe nehmen und fliehen.
Durch einen geschickten Trick gelingt es Frank schließlich, die Bankräuber in eine Falle zu locken.

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden.

David Walliams ist bekannt für seine Kinderliteratur, die mit bunten Einbänden, vielen Bildern und einer großen Portion Kinderfantasie daherkommt. In Banditen-Papa (orig. Bad Dad) erlebt der 11-jährige Frank Goodie, wie sich die finanzielle Lage seines Vaters nach einem tragischen Unfall bei einem Stockcar-Rennen immer weiter verschlechtert. Frank bleibt seinem Vater stets treu und beweist immer wieder Mut, Klugheit und Genügsamkeit. Er ist eine Figur, mit der man sich aufgrund seiner Tugendhaftigkeit gerne identifiziert.
Am Rande des kompletten finanziellen Ruins rettet sich der Vater scheinbar in einen Deal mit dem Gangsterboss, Mr. Big, doch damit manövriert er sich in noch größere Schlammassel. Jetzt steht er nämlich in der Schuld des Ganoven. Frank hingegen ist genügsam und beschwert sich mit keiner Silbe über die Abstriche, die er und sein Vater machen müssen. Auf diese Weise wird der familiäre Zusammenhalt immer wieder in die Handlung eingeflochten und betont das Verhältnis zwischen Vater und Sohn auf ungewöhnlich intensive Weise. Die Mutter spielt dagegen in der Erzählung nur eine Nebenrolle.
Auf der anderen Seite steht der Gangsterboss: Mr. Big – ein absolut überzeugender Bösewicht, der nur Niedertracht im Sinn hat. Glücklicherweise hat Frank ein Händchen dafür, seinen Vater aus der Misere zu helfen. Nachdem Frank mitbekommt, dass sein Papa vorhat, den Fluchtwagen beim nächsten Banküberfall für Mr. Big zu fahren, will er ihn natürlich daran hindern. Als die Gangster Frank aber vor der Bank erwischen, muss er mit ihnen fliehen. Der Verfolgungsjagd endet in einer Massenkarambolage auf dem Fußballfeld. Nicht nur hier verfolgt der Leser mit Freude die rasanten Abenteuer der beiden. Viele kleine Episoden, in denen beispielsweise hervorragend schlechte Gedichte von Franks Tante vorgelesen werden, Frank die Treppe in einem Korb hinunterrutscht oder Scherze mit seinem Vater und der Pfarrerin macht, beleben die Erzählung immer wieder mit Humor.
Durchzogen wird das Buch von vielen großflächigen und frechen Zeichnungen sowie comichaft vergrößerten Wörtern, die das Knallen und Scheppern visuell verdeutlichen. Dank etlicher Illustrationen und einer großen Schrift ist der Titel trotz des stattlichen Umfangs von 444 Seiten sehr leserfreundlich. Am Anfang werden viele Seiten von Figurenportraits und einer Stadtkarte eingenommen, wodurch die Vorstellungsbildung erleichtert wird. Bei vielen kurzen Kapiteln entstehen darüber hinaus immer wieder kleine Erfolgserlebnisse beim Lesen.

Banditen-Papa besticht insgesamt mit seinen skurrilen und gleichzeitig liebevollen Figuren von Frank und seinem Vater, Gilbert, dem abenteuerlichen Plot sowie einem Design, das es jedes Mal schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.

Das Werk motiviert mit seinen kurzen Kapiteln, der großen, leserfreundlichen Schrift und den vielen Illustrationen junge Leser sehr stark. Es kann diese Motivation außerdem über den recht großen Umfang aufrecht erhalten. Zudem unterstützen die kurzen Kapitel regelmäßiges Lesen.
Durch humoristische Episoden und die Verarbeitung von vielen Wunschfantasien wird darüber hinaus regelmäßiges Lesen und die Freude am Lesen gefördert.
Da der Autor viele Bücher in ähnlicher Form veröffentlicht hat, wird auch Interesse an anderen Titeln des Autors geweckt.
Insbesondere für männliche Leser ist dieses Werk motivierend, weil es nicht nur einen überzeugenden männlichen Protagonisten zeigt, sondern auch auf besondere Weise das Verhältnis zwischen Vater und Sohn in den Mittelpunkt der Erzählung rückt. Maßnahmen, die bspw. alleinerziehende Väter fördern, sind für dieses Werk also prädestiniert.
Auch für Leseprojekte an Schulen oder Bibliotheken, die speziell für Kinder aus einkommenschwachen Familien eingerichtet werden, ist diese Erzählung aufgrund der finanziellen Situation der Protagonisten ebenfalls geeignet. Dabei lenkt es die Aufmerksamkeit weg von den Finanzproblemen hin zur Liebe und Sicherheit der Familie.