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Autor*in: Barbara Reidelshöfer
| Buchtitel | Geniales Innenleben – So funktionieren Drucker, Toaster und Co. |
|---|---|
| Autor*in, Übersetzer*in | Peter Hinckley; Ingrid Ickler |
| Illustrator*in | Olga Zakharova |
| Lesealter | 8+ |
| Umfang (Seitenzahl) | 48 |
| Edition (Aktuelle Auflage) | 1 |
| Verlag | Knesebeck |
| ISBN | 978-3-98962-067-4 |
| Preis | 18,00 € |
| Erscheinungsjahr d. dt. Erstveröffentlichung | 2026 |
In Geniales Innenleben – So funktionieren Drucker, Toaster und Co geht man den Dingen auf den Grund. Das Sachbilderbuch erforscht das Innere von Alltagsgegenständen, die jeden Tag benutzt werden und bei denen man sich aus lauter Gewohnheit gar nicht mehr fragt, wie sie eigentlich funktionieren. Dabei geht es nicht nur um vom Menschen erfundene Dinge, wie die im Titel schon benannten Toaster oder Drucker, sondern auch um Erstaunliches aus der Natur. Denn wer weiß schon, wie es wirklich in einem Ameisenhügel ausschaut? Oder welche Details ein Kohlkopf in sich verbirgt? Dass ein Kühlschrank gar nicht so kompliziert funktioniert, hat man nach dem Lesen des Kapitels verstanden, und genauso geht es den Leser*innen bei den vielen anderen wundersamen Objekten, die normalerweise einfach funktionieren, aber genau deswegen spannend zum Erforschen sind.
Eine Leseprobe ist vorhanden.
Das Konzept des Kinderbuchs wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas willkürlich, denn die dort erläuterten Phänomene lassen sich keiner Ordnung unterwerfen – es sind einfach Alltagsgegenstände, mit denen jede*r ständig konfrontiert ist. Aber genau das macht es spannend! Schaut man sich das Inhaltsverzeichnis nicht an, ist man neugierig, welches Technikwunder als Nächstes kommt: Spülmaschine? Türschloss? Toilette? Kein Problem, all das und viele Objekte mehr werden erklärt. Insgesamt 29 technische Wunder – vom Menschen erdacht oder einfach in der Natur auffindbar – werden vorgestellt und mithilfe der detailgetreuen, großformatigen Querschnittsillustrationen veranschaulicht. Die farbenfrohen Zeichnungen nehmen viel Platz auf den schwarzen Seiten ein und ermöglichen einen genauen Einblick in das Innenleben – getreu dem Motto Carl Jungs, das dem Buch vorangestellt ist: „Wer nach Außen schaut, träumt: Wer nach Innen schaut, wacht auf“. Und genau das schafft Geniales Innenleben mit seiner bunten Auswahl, denn je mehr man versteht, wie Dinge funktionieren, desto mehr Fragen entstehen. Das genaue Hinschauen wird durch die Text-Bild-Zuordnungen gefördert, auch wenn die Schriftgröße gerade für Achtjährige, für die das Buch vom Verlag empfohlen wird, zum Selbstlesen eher herausfordernd sein wird. Ebenso dürften manche Formulierungen ohne weitere Erläuterungen nicht verständlich sein, sondern eine*n erwachsene*n Leser*in zur Begleitung erforderlich machen. Für technikaffine Kinder oder handwerklich versierte Tüftler dürfte dies jedoch keine unüberwindbare Barriere darstellen, genauso wenig wie für ältere Lesende. Schön sind die überschaubaren Leseportionen, die häufig nur eine Seite, im längsten Fall eine Doppelseite umfassen, und durch die großflächige Illustration auch von weniger leseaffinen Kindern gut bewältigt werden können. Der Autor Peter Hinckley beschränkt sich gottseidank nicht nur auf die naturwissenschaftlich-technischen Erklärungen, sondern stellt die Gegenstände immer in größere Kontexte. So liefert er beispielsweise kurze historische Abrisse, die durch farbliche Akzentuierungen kenntlich gemacht werden, was das Leseverständnis unaufdringlich unterstützt und interessante Fakten liefert. Gut auch, dass Hinckley immer wieder mit geschickt formulierten Fragen die Lesenden direkt anspricht und damit deren Forschergeist weckt. Insgesamt sind die Texte, für deren flüssige Übersetzung Ingrid Ickler zuständig ist, gut verständlich und motivierend. Schade nur, dass nach 29 Phänomenen das fesselnde Sachbilderbuch schon zu Ende ist – aber wer weiß, vielleicht gibt es bald eine Fortsetzung? Genügend Alltagsgegenstände gäbe es auf alle Fälle!
Das Sachbilderbuch Geniales Innenleben – So funktionieren Drucker, Toaster und Co. sollten in keiner Schulbibliothek fehlen. Es zeigt auf eindrückliche Art und Weise, dass es sich immer lohnt, Fragen an vermeintlich Alltägliches und Normales zu stellen! Zudem wird deutlich, dass scheinbar fernes und für viele Schüler*innen irrelevantes Physikwissen in unserem Alltag eine wichtige Rolle spielt.
Schon im Grundschulbereich kann das Buch viele Anregungen geben, den Dingen auf den Grund zu gehen und nicht alles für gegeben hinzunehmen. Auch Lehrkräften, die im Mint-Bereich fördern wollen, werden hier bestimmt fündig werden und auf neue Ideen kommen, die sie im Unterricht oder in außerunterrichtlichen Arbeitsgruppen einsetzen können.
Für fächerübergreifende Projekte eignet sich das Buch insofern, als dass man z. B. eine Klassenfortsetzung mit weiteren Wundern des Alltags bzw. der Technik herausgeben könnte. Denn sicher fallen den Schüler*innen noch viele weitere Dinge ein, denen sie individuell auf den Grund gehen möchten. So könnte ein kleines Forschungsprojekt angeregt werden, das in mehreren Fächern verankert wird: Im Kunstunterricht könnte die Gestaltungsarbeit übernommen werden, in Mint-Fächern die technischen Grundlagen oder auch individuellen Fragen geklärt werden und im Deutschunterricht werden eigene Texte verfasst.
Neben diesem produktiven Ansatz lässt sich das Buch auch niedrigschwellig zur Rezeption nutzen: Die 29 Innenleben, die von Drucker über Speiseeis bis hin zum Zauberwürfel reichen, sind so unterschiedlich, dass jedes Kind ein Thema finden wird, das es persönlich interessiert. Die Rezeption des speziellen Kapitels mit weiterführenden Aufträgen wie z. B. eine darüber hinausgehende Internetrecherche oder eine Kurzpräsentation im Forscher-Gallery-Walk sind nur zwei Ideen, die unkompliziert im Unterricht umgesetzt werden könnten.
Neben der schulischen Arbeit kann das Sachbilderbuch auch privat viel Freude machen, v. a., wenn Kinder sich gerne schon von sich aus mit Tüfteleien beschäftigen oder neugierig sind, wie bestimmte Dinge funktionieren.
In öffentlichen Bibliotheken spricht das Buch sicher verschiedene Altersgruppe an und verdient einen prominenten Platz im Buchregal oder auf einem Thementisch zum Thema ‚Technik‘.