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Die Drüsenfabrik – Eine Reise durch dein Inneres – von Schleimdusche bis Ohrenschmalzmaschine

Buchtitel Die Drüsenfabrik – Eine Reise durch dein Inneres – von Schleimdusche bis Ohrenschmalzmaschine
Autor*in, Übersetzer*in Rachel Poliquin; Susanne Schmidt-Wussow
Illustrator*in Clayton Hanmer
Lesealter 8+
Umfang (Seitenzahl) 80
Edition (Aktuelle Auflage) 1
Verlag Knesebeck
ISBN 978-3-98962-071-1
Preis 18,00 €
Erscheinungsjahr d. dt. Erstveröffentlichung 2026

Das Sachbilderbuch von Rachel Poliquin und Clayton Hammer informiert die jungen Leser*innen über das endokrine und exokrine System. Was kompliziert klingt, wird wunderbar humorvoll, aber gleichzeitig präzise erklärt. Die Drüsenfabrik des Körpers produziert auf Hochtouren: Speichel, Schweiß, Rotz, Urin, Ohrenschmalz, Hormone – alles hat einen Sinn und den erfährt man, wenn man sich in die Drüsenfabrik begibt und so immer tiefer in den menschlichen Körper hineinblickt und versteht, wie alles zusammenhängt. 

Eine Leseprobe ist vorhanden.

Mit einer großen Portion schrägem Humor entführt einen die Chefin der Drüsenfabrik in das Körperinnere und stellt gleich im Einleitungskapitel klar: „Wir in der Drüsenfabrik sorgen dafür, dass du am Leben bleibst.“ (S. 8) Die direkte Ansprache der jungen Leser*innen, die witzigen Comicstrip-artigen Illustrationen Clayton Hanmers und die Aussicht auf „eklige“ Körperflüssigkeiten sorgen sicherlich für sofortige Lesebegeisterung bei den heranwachsenden Leser*innen. Die Inhalte werden dann so interessant, spannend und verständlich aufbereitet, dass man gar nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Nach und nach versteht man, wie der Körper funktioniert, welchen Nutzen die einzelnen Drüsen und Hormone haben und wie viel sie im menschlichen Körper steuern, um ein gesundes Gleichgewicht herzustellen. Und wer wollte nicht immer schon einmal wissen, woher das Herz eigentlich weiß, wie schnell es schlagen muss? Oder warum man überhaupt schwitzt? Warum man erst abends einschläft und nicht wie ein Baby ständig und überall? Warum man weint? Wozu man überhaupt Spucke und Rotz braucht? Das alles wird eingängig auf der Reise durch die Drüsenfabrik erklärt, ohne dabei die Zusammenhänge zu sehr zu vereinfachen. Im Gegenteil: Fachvokabular wird ganz selbstverständlich verwendet, aber immer verständlich erläutert und durch ein kurzes Glossar sowie Register am Ende des Sachbilderbuchs noch einmal gut herausgestellt. Zu jedem Kapitel gibt es auch schaubildartige Skizzen oder Merkkästen, die das Wichtigste auf den Punkt bringen oder durch Zeichnungen veranschaulichen. Außergewöhnlich sind die Illustrationen Clayton Hanmers, die die Texte Rachel Poliquins, die von Susanne Schmidt-Wussow übersetzt wurden, bravourös ergänzen. Sie brechen mit der richtigen Prise Humor die Komplexität des Themas gelungen auf und machen einfach Spaß. So gibt es auf den Bildern, die sich immer wieder auch über eine Doppelseite erstrecken, viel zu entdecken: Die kleinen Arbeiter der Drüsenfabrik wimmeln geschäftig umher, immer kampfbereit, die Keime, die sich in der Fabrik versteckt oder geheime Botschaften hinterlassen haben, herauszuwerfen. Die Chefin der Drüsenfabrik erklärt uns Leser*innen, wie alles funktioniert und muss gleichzeitig auch noch das ein oder andere Problem der Drüsenfabrik regeln – und wir sind live dabei. Das alles macht einfach viel Freude beim Lesen, auch wenn ein Achtjähriger durch die Textmenge und die notwendigen Fachbegriffe beim Selbstlesen durchaus überfordert sein dürfte. Aber das Anschauen, Durchblättern, Lesen der kleinen Comic-Dialoge und gezielte (Vor-)Lesen einiger Textabschnitte macht sicher auch schon Grundschülern Spaß. Auf alle Fälle ist das Buch aber für ältere Kinder geeignet, Jungen und Mädchen ab 10 Jahren werden sicher auf ihre Kosten kommen. Und wer offen dafür ist, wissenschaftlich komplexe Sachverhalte humorvoll und kurzweilig transportiert zu bekommen, der wird auch als Jugendliche*r und Erwachsene*r bei dieser Lektüre mit vielen Informationen und Zusammenhängen belohnt, von denen man vorher nicht viel wusste.

Das Sachbilderbuch Die Drüsenfabrik sollte in keiner schulischen und öffentlichen Bibliothek fehlen, denn es kann sowohl inhaltlich wie gestalterisch voll überzeugen. Durch die comicartigen Illustrationen fühlen sich Wenigleser*innen oder Comicliebhaber sofort angesprochen. Aber auch eher wissenschaftsorientierte kindliche wie jugendliche Leser*innen kommen mit der Drüsenfabrik auf ihre Kosten. Gerade für Heranwachsende, die sich für den menschlichen Körper interessieren, ist der Titel auf alle Fälle ein Geheimtipp zur Freizeitlektüre.

Aber auch für schulische Vielleseformate ist es gut geeignet: Es lässt sich ab der 5. Jahrgangsstufe sinnvoll in Lesekisten, Rollierenden Lesestunden oder Lesebändern einsetzen. 

Außerdem kann man „Die Drüsenfabrik“ gut als Recherchegrundlage für ein Referat im Biologieunterricht oder für Sachbuchvorstellungen im Deutschunterricht nutzen. 

Alle begeisterten Leser*innen der Drüsenfabrik können dann im von der Kritik hochgelobten Vorgängerwerk des Autorenduos Poliquin und Hanmers weiterschmökern, das sich mit außergewöhnlichen Vorgängen und Körperteilen beschäftigt: Das Museum der unnützen Körperteile – Warum du heute noch Weisheitszähne, Schluckauf oder Gänsehaut bekommst.