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Ina Brendel-Kepser bei Kultur am Morgen

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Wir gratulieren Jörg Isermeyer sehr herzlich zum Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder und Jugendbücher 2025 für seinen Roman Egal war gestern....

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Dein Hund und du

Buchtitel Dein Hund und du
Autor*in, Übersetzer*in Elena Bulay; übers. v. Lorenz Hoffmann
Illustrator*in Elena Bulay
Lesealter 8+
Umfang (Seitenzahl) 96
Edition (Aktuelle Auflage) 1
Verlag Gerstenberg
ISBN 978-3-8369-6222-3
Preis 25 Euro
Erscheinungsjahr d. dt. Erstveröffentlichung 29.01.2024

Dein Hund und du erzählt über Lena und ihren großen Traum: einen eigenen Hund. Tatsächlich geht dieser große Traum in Erfüllung; Lena und Hündin Jo treffen aufeinander und werden allmählich beste Freunde. Was auf diesem Weg alles wichtig ist und vor allem, was Lena über Hundepflege, -erziehung und Hunde als Tier und Partner für den Menschen lernt, das zeigt das Bilderbuch mit vielen Illustrationen. So erhält der kleine (oder große) Hundeliebhaber viele Informationen darüber, was ein Hund zum Leben braucht und dass dies nicht nur das richtige Futter ist, dem beispielsweise ein ganzes Kapitel gewidmet ist. Viele wichtige Aspekte wie Spaziergänge, Hundepflege, Krankheiten, Verhaltensprobleme, Verreisen mit Hund bis hin zum Leben mit einem alten Hund werden ausführlich beschrieben, sodass sich alle Leser*innen ein genaues Bild machen können, welche Verantwortung es ist, sich einen Hund anzuschaffen. Dass diese Verantwortung aber durch viel Liebe und Freude ergänzt wird, wird in den persönlichen Einblicken der Autorin in ihr Leben mit Hündin Jo besonders deutlich. So gelingt es dem Buch mit der besonderen Mischung aus erzählenden Passagen über Lena und ihren Hund und reinen Sachinformationen verschiedene Lesertypen anzusprechen, wichtige Tipps für die Anschaffung und Haltung eines Hundes zu vermitteln und darüber hinaus auch noch die ein oder andere Sachfrage (z. B. warum Hunde so gerne nagen) zu beantworten.

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden. 

Elena Bulay hat mit ihrem Buch Dein Hund und du, das von Johannes Hoffmann aus dem Russischen übersetzt wurde, ihre persönlichen Hundeerfahrungen mit allgemeinem Wissen über Hunde verknüpft. Da sie selbst völlig begeistert von Hunden ist, möchte sie mit ihrem Buch dazu beitragen, dass ihre Leser*innen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie überlegen, sich einen Hund in die Familie zu holen. Immer wieder spricht sie deswegen die Kinder und Jugendlichen direkt an, um ihnen Tipps und Verhaltensmaßregeln für ein Leben mit Hund zu geben. Besonders hilfreich ist hier z. B. die Doppelseite „Wie findest du den richtigen Hund?“, die viele wichtige Fragen und Denkanstöße für all diejenigen gibt, die überlegen, sich einen Hund zuzulegen. Aber auch in allen anderen Kapiteln erfährt man Überlebenstipps für Hundehalter*innen, sodass man nach der Lektüre genau weiß, worauf man sich einlässt, wenn man sich einen Hund zulegt. Selbst für Kinder, die sich nicht unbedingt einen Hund anschaffen möchten, sondern schon einen zuhause haben oder einfach nur an Tieren interessiert sind, bietet dieses farbenfrohe Buch viele interessante Informationen, die über reine Verhaltensmaßregeln oder Anleitungen hinausgehen. So weiß man nach der Lektüre z. B., dass Hunde schon seit über 8000 Jahren angeleint werden oder dass das Trockenfutter bereits im Jahr 1860 erfunden worden ist. Für jüngere Kinder besonders ansprechend sind kleine Zähl- oder Suchaufgaben, die vereinzelt auftauchen und so zur intensiven Beschäftigung anregen.

Aber das Besondere an diesem Buch über Hunde ist wohl die gelungene Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht und reinen Sachinformationen. Elena Bulay tritt selbst als Figur ihres Buches auf, als Lena, die immer wieder über ihren Hund Jo erzählt. Durch die unterschiedlichen Episoden aus ihrem Leben kann der*die Leser*in dem Thema auf emotionaler Ebene begegnen, sich auch stärker identifizieren als in einem reinen Sachbilderbuch. Die vielen Geschichten Lenas werden auf großflächigen, bunten Seiten erzählt, die den Stil eines Erzählbilderbuchs aufgreifen, und führen uns durch das Buch. Auf allen ist die Hündin Jo zu sehen, wie sie z. B. über die Felder springt oder durch die Stadt schnüffelt. Dazu gibt es einen eher kurzen Text, in dem die Autorin z. B. darüber erzählt, was sie mit Jo in diesen Momenten erlebt hat. Blättert man dann weiter, landet man auf einer der vielen schwarz-weiß illustrierten Seiten und erkennt beim Lesen, dass diese den reinen Sachinformationen vorbehalten sind. Die hängen eng mit den erzählten Situationen zusammen, heben sie aber auf eine allgemeingültige Ebene. Denn hier informiert die Autorin über alle wesentlichen Aspekte, ohne dass ihre private Situation mit Jo eine Rolle spielt. 

In diesem Buch stecken letztlich also zwei Bücher! Abgesehen davon, dass man Dein Hund und du auch nur mithilfe des Inhaltsverzeichnisses als kompaktes Nachschlagebuch für bestimmte Fragen verwenden könnte, kann man sich als Leser*in durch die klare visuelle Zweiteilung dazu entscheiden, nur die Geschichte von Jo und Lena auf den bunten Seiten zu lesen oder diese einfach zu überblättern, um sich den reinen Sachinformationen zu widmen. So werden unterschiedliche Lesemodi angesprochen und verschiedene Lesertypen zum Lesen motiviert.

Am Ende des Buches gibt ein kurzer Anhang noch weitere Anregungen zum Anschauen von Hundefilmen bzw. weiterführenden Büchern. Ein Hundekeksrezept schließt die Lektüre dann gelungen ab. 

Das Buch eignet sich in der (Schul-)Bücherei besonders gut für die Präsentation auf einem Thementisch „Haustiere“ oder „Hundegeschichten“. Hierzu gibt es nicht nur Sachbücher, sondern auch viele fiktionale Texte, die weiter zum Lesen verführen können (z. B. Heike Abedi: Arturs wildes Hundeleben; Cally Stronk: Die Straßengang; Ross Welford: Der Hund, der die Welt rettet)

 

Im Unterricht der Primarstufe bzw. der auch noch der unteren Sekundarstufe könnte es einen wunderbaren Ausgangspunkt zum Erstellen eines eigenen Tierbuches bieten: Nach dem Vor- oder gemeinsamen Lesen, das auch nur auszugsweise erfolgen kann (z. B. kann das Frühsommererlebnis auf Seite 81 mit einer Informationsseite kontrastieren, um den grundsätzlichen Aufbau in Erzähl- und Sachbilderbuch zu verdeutlichen), kann es losgehen: Kinder, die einen eigenen Hund haben, könnten zu den einzelnen Kapiteln selbst erzählende Texte über ihre Hunde schreiben. Kinder, die ein anderes Haustier haben, könnten analog zum Aufbau des Buches informierende und erzählende Texte zu ihrem Haustier verfassen. Kinder ohne Haustiere könnten zu einem Tier ihrer Wahl recherchieren und dazu entweder Sachseiten erstellen oder versuchen, Erlebnisse zu recherchieren bzw. sogar Fantasiegeschichten dazu zu schreiben. Hier wäre, gerade an der weiterführenden Schule, auch eine Zusammenarbeit mit dem Biologieunterricht denkbar, der sich in der 5. Jahrgangsstufe intensiv mit Säuge- und anderen Tieren beschäftigt. Ein Besuch im Tierheim bzw. einer Tierauffangstation könnte innerhalb dieser Sequenz noch ein passender außerunterrichtlicher Lernort sein, der z. B. mit weiteren Schreibformen wie dem Interview von Experten angereichert werden könnte.

Fächerübergreifend könnten außerdem im Kunstunterricht eigene Illustrationen oder Collagen entstehen, die das Thema auch ganz anders umsetzen könnten. Hier bietet es sich selbstverständlich an, überhaupt über die Konzeption zu sprechen und darüber in den Austausch zu kommen, warum die Autorin, die das Sachbuch auch illustriert hat, so streng zwischen Farb- und schwarz-weiß-Illustration trennt, welche Auswirkungen das auf die Leser*innen hat und wie diese Umsetzung gefällt. Überhaupt ist die besondere Konzeption des Buches, das sowohl erzählende als auch informierende Teile bereithält, wert, gemeinsam reflektiert zu werden, zumal persönliche Darbietungen in der heutigen Medienwelt auf Social Media immer alltäglicher werden, aber sehr häufig in ihrer Verknüpfung nicht so leicht erkennbar sind. Für Kinder im Grundschulalter dürfte das am ehesten deutlich werden, wenn das Buch mit anderen Sachbilderbüchern bzw. Ratgeberliteratur verglichen wird. Aber auch multimodale Zugänge können in dieser eher medienorientierten Sequenz gewählt werden und verschiedene mediale Formate zum Vergleich präsentiert werden.

Selbstverständlich eignet sich das Buch genauso für freie Lesezeiten, in offenen Leseformaten oder als Ausgangspunkt für die Recherche zu einer mündlichen Präsentation über den Hund.