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Zur See – Von Schiffen, U-Booten und Co.

Buchtitel Zur See – Von Schiffen, U-Booten und Co.
Autor*in, Übersetzer*in Matt Ralphs, übers. v. Beatrice le Coutre-Bick
Illustrator*in Dieter Braun
Lesealter 10+
Umfang (Seitenzahl) 64
Edition (Aktuelle Auflage) 1
Verlag Knesebeck
ISBN 978-3-95728-974-2
Preis 22 Euro
Erscheinungsjahr d. dt. Erstveröffentlichung 2025

Schon vor über 60.000 Jahren bauten Menschen einfache Flöße und machten sich den Auftrieb von Holz zunutze, um Gewässer zu überqueren – ein historischer Ausgangspunkt, den das Sachbuch Zur See – Von Schiffen, U-Booten und Co. von Matt Ralphs und Dieter Braun gleich in seiner Einleitung aufgreift. Durch die zahlreichen Illustrationen und kurzen Informationstexte vermittelt das Sachbilderbuch die Vielfalt maritimer Fortbewegungsmittel und richtet sich dabei gleichermaßen an junge wie erwachsene Lesende. Neben Porträts unterschiedlicher Schiffstypen bieten großformatige Doppelseiten Einblicke in „berühmte Schiffe“: etwa Wikingerschiffe, die Tudor-Karacke Mary Rose, den Transatlantikliner Titanic oder das Forschungstauchboot Trieste. Ergänzt wird die Darstellung durch Themenseiten zu Rettungs-, Freizeit- und Rennbooten, einem „Schifffahrts-Zeitstrahl“ und einer Übersicht mit „Weltrekorden“, sodass das Buch besonders technikinteressierte Leser*innen ansprechen dürfte.

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden. 

Das Sachbuch Zur See – Von Schiffen, U-Booten und Co. von Matt Ralphs und Dieter Braun entführt die Lesenden auf eine atemberaubende Reise durch die Geschichte der Schifffahrt. Ausgehend von den Anfängen in der Antike, in der Schiffe wie die griechischen Galeeren als Kriegs- und Handelsschiffe dienten, führt das Buch über die Wikingerzeit mit ihren charakteristischen Langschiffen bis hin zum Mittelalter, in dem die Mary Rose, ein Schiff der englischen Flotte Heinrichs VIII., als Paradebeispiel für die Entwicklung militärischer Schiffe vorgestellt wird. Besonderes Augenmerk gilt den Entdeckungsfahrten, etwa der Umsegelung der Erde durch Ferdinand Magellan, sowie den damit verbundenen technologischen Innovationen. Die Darstellung umfasst zudem bedeutende Seeschlachten, die den Verlauf der Geschichte beeinflussten, sowie die Entwicklung vom Segelschiff über Dampfschiffe bis hin zu modernen Motorschiffen.

In der Rubrik „berühmte Schiffe“ widmet sich Ralphs natürlich auch der Titanic, einem der bekanntesten Schiffe der Geschichte, und beleuchtet die Tragödie ihres Untergangs. Ein illustrierter Zeitstrahl veranschaulicht die Entwicklung der Schifffahrt bis zum größten Kreuzfahrtschiff der Gegenwart, der Icon of the Seas, das 2022 vom Stapel lief. So wird die kontinuierliche Weiterentwicklung von Technik, Design und Schiffsbau über die Jahrhunderte hinweg anschaulich vermittelt.

Für Heranwachsende ist das Sachbuch besonders wertvoll: Die reichhaltigen Illustrationen von Dieter Braun und die anschaulichen Texte von Autor und Hausbootbesitzer Matt Ralphs schaffen es, komplexe historische und technische Zusammenhänge leicht verständlich zu vermitteln und zum selbstständigen Entdecken einzuladen. Worterklärungen und ein Stichwortverzeichnis machen das Sachbuch zu einem anschaulichen Nachschlagewerk für Jugendliche, die aus Interesse oder für ein Schulreferat gezielt recherchieren möchten. 

Die Verknüpfung von Geschichte, Technik und maritimen Themen spricht junge Leser*innen auf mehreren Ebenen an. Die Cover- und Umschlaggestaltung – unter anderem mit der bekannten Redewendung „Alle an Bord, wir legen ab!“ – wirkt dabei wie eine persönliche Einladung.

Neben der Vermittlung von reinen Fakten bietet Zur See – Von Schiffen, U-Booten und Co. eine hervorragende Ergänzung zur Abenteuerliteratur: Schiffe oder U-Boote sind seit jeher beliebte Motive in klassischen wie modernen Kinder- und Jugendromanen. In 20 000 Meilen unter dem Meer (1870) entführt Jules Verne seine Leser*innen bereits vor 155 Jahren auf das Unterseeboot Nautilus des geheimnisvollen Kapitän Nemo. Anspielungen hierauf nimmt Ulf Blanck mit seiner Kinderbuchserie Rick Nautilus (2021-2023). Wer also Geschichten über Piraten, Entdecker oder Eroberer liest, kann das Sachbuch begleitend nutzen, um historische Hintergründe, Schiffstypen und technische Details besser zu verstehen und so das Leseerlebnis vertiefen.

Zur See – Von Schiffen, U-Booten und Co. ist ein ebenso informatives wie unterhaltsames Sachbuch, das nicht nur maritime Geschichte lebendig werden lässt, sondern beim eigenen und gemeinsamen Lesegenuss zum Weiterdenken, Weiterlesen und Staunen einlädt.

Whistleblower Rebels eignet sich sehr gut für die Leseförderung in der Schule und in Bibliotheken. Biographien über Vorbilder interessieren Jugendliche häufig sehr, zumal, wenn sie so kurz und interessant aufbereitet werden wie hier. Das Sachbuch ist auf Antolin gelistet und kann somit zur individuellen Leseförderung genutzt werden. Da es auch von anderen Verlagen ähnlich gestaltete Sachbilderbücher gibt (z. B. die Reihe Boys who dare to be different vom Loewe-Verlag), lohnt sich auch eine Präsentationsfläche, um auf den Geschmack gekommene Jugendliche mit neuem Lesefutter zu versorgen.

Das Sachbuch kann im Deutschunterricht sehr gut im Bereich des materialgestützten Informierens in der Mittelstufe eingesetzt werden. So könnten beispielsweise einzelne Whistleblower mithilfe von Textauszügen (und ggf. weiteren Rechercheinformationen) präsentiert werden. Ebenso könnten die neuesten rechtlichen Entwicklungen, die in verschiedenen Ländern im Jahr 2025 erlassen wurden, um Hinweisgeber besser zu schützen, recherchiert werden und in einem neuen Spot für das Buch formuliert werden. 

Neben diesen inhaltlichen Recherchen bietet es sich genauso an, mit der Konzeption und Intention eines solchen Buches auseinandersetzen, zumal es im Internet nutzbare Autoreninterviews zu finden gibt. (https://www.youtube.com/watch?v=k3G5_EMAuhA; chrismon.de/artikel/55633/wer-sind-die-wichtigsten-whistleblower-ein-jugendbuch-klaert-auf).

Auch mündliche Debatten oder schriftliche Argumentationen zum Thema Whistleblowing können im Anschluss nach einer vertieften Beschäftigung mit der Lektüre geführt werden, so z. B. zum Thema, ob der 30. Juni weiterhin als internationaler Feiertag zur Anerkennung von Whistleblower*innen bestehen bleiben soll, ob es sinnvoll ist, dass Meldestellen für Missstände weiter ausgeweitet werden oder ob es moralisch vertretbar ist, geheime Regierungs- bzw. Firmeninformationen zu leaken, um damit auf Missstände aufmerksam zu machen. Ausgehend von dem Diktum „Wer Missstände benennt, hilft, sie zu beseitigen.“ könnten die Schüler*innen sich auch in Kooperation mit dem Politikunterricht auf die Suche machen, ob es in ihrer Gemeinde bzw. Stadt oder Landkreis Personen gibt, die in der Vergangenheit öffentlich Missstände angeprangert haben und darüber informieren, wie diese dabei vorgegangen sind. 

Als literarische Ergänzung bietet sich im Deutschunterricht der von boys & books nominierte Toptitel Perfect Storm von Dirk Reinhardt an, der das Thema in einem intelligenten, multiperspektischen Thriller umsetzt.

Genauso vorstellbar ist es, in einem Klassenprojekt die Konzeption des Bandes auf ein anderes Themenfeld zu übertragen. Besonders geeignet erscheint hier z. B. das Thema „Ehrenamt“, da viele Kinder in Vereinen tätig sind und hier einfach Kontakt zu verschiedenen Menschen und Gruppierungen knüpfen, die sie porträtieren könnten. Aber auch die im Sachbuch von Benjamin und Christine Knödler bewährten Spots könnten hier gut umgesetzt werden, indem z. B. auf die Geschichte des Ehrenamts eingegangen wird, Erklärungsansätze für das Ehrenamt dargestellt werden sowie allgemeine Auswirkungen auf die Gesellschaft. So erfahren die Jugendlichen in ihrem Umfeld, das Engagement und Mitwirkung auch in scheinbar unpolitischen Vereinen eine wichtige Integrationsaufgabe darstellt und für die Beteiligten als sinnstiftend empfunden wird.