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Dass das Buch Wenn die Welt unsere wäre auch als...
Autor*in: Dominik Achtermeier
| Buchtitel | Alles, was du über KI wissen musst. Ein Leitfaden für neugierige Kids |
|---|---|
| Autor*in, Übersetzer*in | Brian David Johnson, übers. v. Cornelia Panzacchi |
| Illustrator*in | - |
| Lesealter | 10+ |
| Umfang (Seitenzahl) | 224 |
| Edition (Aktuelle Auflage) | 1 |
| Verlag | Rotfuchs (Fischer-Sauerländer) |
| ISBN | 978-3-7571-0214-2 |
| Preis | 14,90 Euro |
| Erscheinungsjahr d. dt. Erstveröffentlichung | 23.04.2025 |
Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist in aller Munde und längst ein Teil unseres Alltags – oft ohne, dass wir es merken. Ob beim Navigieren mit dem Auto, beim Entsperren des Handys per Gesichtserkennung oder beim Chatten mit einem Online-Kundenservice: KI arbeitet im Hintergrund und hilft uns dabei, schneller, bequemer und manchmal sogar sicherer durchs Leben zu kommen. Manchmal macht KI aber auch Angst. Dann ist wie in Science-Fiction Filmen vielleicht von Robotern die Rede, die die Weltherrschaft übernehmen und den Menschen ganz und gar ersetzen.
Im Sachbuch Alles, was du über KI wissen musst, das sich an Heranwachsende richtet, räumt der Amerikaner Brian David Johnson mit Mythen auf, erklärt, weshalb der Begriff Künstliche Intelligenz irreführend ist, und stellt die Fragen danach, was künstliche Intelligenz ist, wo sie eingesetzt wird und welche Entwicklungen möglich sind. Das Buch ist in elf Kapitel unterteilt, in denen Grundlagenwissen an die Erwachsenen von morgen vermittelt wird, in deren Leben KI eine noch viel größere Rolle als heute spielen wird.
Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden.
Der Wissenschaftler und bekennende Futurist Johnson vermittelt jungen Leserinnen und Lesern auf lebendige und verständliche Weise, was sich hinter dem Begriff Künstliche Intelligenz (KI) verbirgt – und tut dies überzeugender als manches klassische Lehrbuch. Schon auf den ersten Seiten seines Erzählsachbuchs, das von Cornelia Panzacchi übersetzt wurde, macht er deutlich: Wer verstehen will, was KI ist, braucht Grundwissen über die Entwicklung von Computern, das Entstehen des Internets und deren technologische Fortschritte. Diesen historischen Überblick komprimiert Johnson gekonnt auf nur wenigen Seiten – und liefert dabei ein Einstiegskapitel, das nicht nur zentrale Begriffe klärt, sondern zugleich ein Versprechen einlöst: Hier bekommst du Antworten auf alle deine Fragen zur KI.
In einem lockeren Erzählton bringt der Autor komplexe Inhalte so auf den Punkt, dass sie auch für technikunerfahrene Leser*innen zugänglich bleiben. Dabei spricht er seine Zielgruppe direkt an und macht deutlich, dass KI nicht bloß Zukunftsvision ist, sondern bereits viele Lebensbereiche durchdringt. In den folgenden Kapiteln zeigt er, wie breit das Anwendungsspektrum inzwischen ist – von Sport und Haustieren über Alltagsbegleitung und das sogenannte Smart Home bis hin zu Themen wie Überwachung, Raumfahrt oder den Einfluss auf Schule und Berufswelt.
Gestalterisch weckt das Buch Assoziationen an ein Abenteuerheft: Illustrierte Funfacts, eine Comic-artige Roboterfigur, Icons sowie grafische Hintergründe im Stil von Schaltkreisen und Benutzeroberflächen sorgen für Auflockerung und fördern das Lesevergnügen. Unterstützt wird der Inhalt zudem durch Expertenmeinungen, kompakte Begriffserklärungen und Denkimpulse, die zum Weiterfragen und Nachdenken anregen. Besonders gelungen sind die kleinen Exkurse, die ethische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Dimensionen der KI beleuchten und Raum für eigene Positionierungen lassen.
Johnson, dessen Darstellung von KI stark von Zuversicht und Begeisterung geprägt ist, lädt seine Leserschaft immer wieder ein, sich eigene Zukunftsbilder auszumalen – etwa von KI-Systemen, die als persönliche Trainer, Assistenten oder kreative Partner im Alltag helfen könnten. Dennoch spart er kritische Themen nicht völlig aus. Missbrauchspotenzial wie Deepfakes oder urheberrechtliche Grauzonen beim Training von Algorithmen werden zumindest angeschnitten. Diese Perspektiven bleiben auch nach der Lektüre präsent: Man beginnt, Alltägliches zu hinterfragen – etwa in Bezug darauf, was bereits heute durch KI produziert oder beeinflusst wird. Warum streiken Drehbuchautor*innen, Schauspieler*innen und Synchronsprecher*innen seit einigen Jahren? Weshalb setzen Musiker*innen Anfang 2025 in Großbritannien ein Zeichen mit einem ‚stillen Album‘? Und wie könnte ein gerechtes Zusammenspiel von menschlicher Kreativität und von Bots erzeugter Kunst aussehen?
Seine zentrale Botschaft an junge Leserinnen und Leser lautet daher auch: Es geht um DICH. Du wirst dazu beitragen, die Zukunft von KI zu gestalten und eine bessere Zukunft zu schaffen. Für uns und für den Planeten. Gerade dieser aktivierende Ansatz macht Johnsons Buch zu einer idealen Lektüre für Heranwachsende.
Das Erzählsachbuch Alles, was du über KI wissen musst von Zukunftswissenschaftler Brian David Johnson bietet Leser*innen in der Sekundarstufe I eine fundierte, zugleich verständliche Einführung in ein komplexes Thema, das ihren Alltag längst durchdringt. Das Buch schafft Orientierung in einer Welt, in der Künstliche Intelligenz zunehmend Entscheidungen beeinflusst, weckt Neugier auf technologische Hintergründe und fördert ein kritisches wie verantwortungsvolles Bewusstsein für den Umgang mit digitalen Werkzeugen. Gerade deshalb gehört das Buch zu Beginn der weiterführenden Schule auf jede Leseliste – nicht nur als Sachbuch über KI, sondern als Ermutigung zur aktiven Teilhabe an der eigenen Zukunft. Denn viele Schüler*innen nutzen bereits KI-gestützte Apps und Bots, die bei Hausaufgaben oder Projektarbeiten helfen. Doch: Wissen sie wirklich, wie ein Sprachmodell wie ChatGPT funktioniert? Können sie das Zusammenspiel von Input (Daten, Sprache, Bilder, Befehle) und Output (Antworten, Bilder, Entscheidungen) nachvollziehen? Verstehen sie, dass ihr eigenes, gezieltes Zutun – etwa in Form präziser Prompts – die Qualität und Aussagekraft der Ergebnisse maßgeblich mitbestimmt?
Das Buch eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für eine Unterrichtsreihe oder ein Projekt zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Einzelne Kapitel oder Abschnitte können als Impulslektüre dienen, um Diskussionen anzuregen oder Vorwissen zu aktivieren. Besondere Relevanz kann der Einsatz des Sachbuchs als „Einstiegslektüre“ im Fach Informatik entfalten, da es eine niederschwellige Einführung in Künstliche Intelligenz ermöglicht und wichtige Teilbereiche des Lehrplans abgedeckt werden (z.B. Datenverarbeitung und Algorithmen, maschinelles Lernen und neuronale Netze, Entscheidungslogik und Automatisierung). Die Kapitel motivieren dabei in jedem Kapitel, d.h. themenspezifisch KI selbständig zu erproben.
Im Deutschunterricht wäre dies bei der Suche nach Reimwörtern möglich, um ein Gedicht zu schreiben. Auf diese Weise lernen Schüler*innen KI weniger als Maschine, sondern – um im technischen Jargon zu bleiben – als ein Werkzeug kennen. Durch eine konkrete Aufforderung könnte es den Schüler*innen z.B. Schauplätze für einen Roman vorschlagen, an denen sie noch nie gewesen sind. Experimente mit KI-Tools dürfen auf keinen Fall zu kurz kommen!
Ferner ließen sich im gesellschaftswissenschaftlichen Kontext anhand der im Buch dargestellten Chancen und Risiken von KI ethische Fragestellungen entwickeln: Wann ist KI hilfreich? Wann wird sie problematisch? Wer trägt Verantwortung? Dazu bieten sich Debatten, Pro-und-Contra-Diskussionen oder Fallanalysen an. In Gruppen ließen sich eigene Fragestellungen entwickeln, etwa zur KI im Alltag, in der Schule oder der Arbeitswelt.
Um sich ein umfassendes Bild über KI zu machen, ist es ratsam auch andere Medien einzubeziehen. Dies sind neben Sachbüchern und Dokumentationen auch fiktionale Stoffe. Wie wird das Thema KI in anderen Medien wie Jugendromanen oder Spielfilmen abgebildet? Künstliche Intelligenz ist unlängst zu einem Dauerthema im Jugendbuch geworden. Für jüngere Leserinnen und Leser bietet sich zum Beispiel Romane wie Monica M. Vaughans K. I. – Freundschaft vorprogrammiert an, der boys & books bereits als Top-Titel empfohlen hat. Im Bereich der älteren Zielgruppe ist die Auswahl beinahe unerschöpflich – von Karl Olsbergs Boy in a White Room über Ursula Poznanskis Erebos und June Perrys Livehack – Dein Leben gehört mir bis hin zu Hansjörg Nessensohns Delete Me – Deine Geheimnisse leben weiter finden sich zahlreiche spannende Titel, die sich mit den Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz auseinandersetzen.