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Der Hexenmeister vom flammenden Berg. Ein Fantasy-Spielbuch.

Autor*in: Dr. Ines Heiser

  

Buchtitel Der Hexenmeister vom flammenden Berg.

                                Ein Fantasy-Spielbuch.

Autor         Steve Jackson & Ian Livingstone;

                                Neuübersetzung aus dem Englischen von

                                Irene Rumler, Illustrationen von Vlado Krizan

Genre        Gamebooks

Lesealter ab 10 Jahren

Verlag      Ueberreuther

ISBN 978-3-7641-5253-6

Preis 16,00 €

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  • Für Fortgeschrittene (empfohlen ab 10 Jahren, als Klassiker All Age geeignet)
  • Kann mehrfach gelesen/gespielt werden. Die spielbegleitend auszufüllenden Formulare ,Abenteuerblattʻ und ,Duellblattʻ sind in dreifacher Ausfertigung im Buch vorhanden und stehen zusätzlich als Download auf den Seiten des Verlags zur Verfügung.
  • Keine technischen Hilfsmittel (Internetzugang) erforderlich.
  • Zusätzliches Material: Ggf. zwei sechsseitige Würfel sowie ein Stift.
  • Bei Antolin gelistet.

 

Einen absoluten Klassiker des Genres bietet in neuer Übersetzung und mit aktuellen Illustrationen der Verlag Ueberreuther an. Der 1982 erstmals in der Reihe Fighting Fantasy publizierte Band von Steve Jackson und Ian Livingstone war auch in Deutschland bei seinem ersten Erscheinen ein Jahr später ein großer Publikumserfolg; er trug maßgeblich zur Etablierung der Pen und Paper- Rollenspiele wie auch speziell einzeln zu spielender Solo-Abenteuer bei.

  1.  

Die Handlung als solche kann knapp zusammengefasst werden: Der Spieler bzw. die Spielerin macht sich auf die Suche nach dem Schatz des Hexenmeisters Zagor, der im Inneren eines unterirdischen Labyrinths verborgen sein soll. Auf dem Weg sind verschiedene Hindernisse zu überwinden: Man muss bestimmte Gegenstände einsammeln, Rätsel lösen und Kreaturen bekämpfen. Dabei kann man auf unerwartete Schwierigkeiten treffen, ebenso aber Unterstützung, z.B. in Form von magischen Gegenständen erhalten. Ein zentrales Problem besteht darin, sich in dem unübersichtlichen Labyrinth zurechtzufinden – das Buch selbst gibt den durchaus ernstzunehmenden Tipp, sich parallel zur Lektüre eine Karte anzulegen (S. 11).

Der Band stellt einen – wie Steve Jackson später im Interview (Konrad Lischka: Spielbücher: Gedruckter Gameboy. Vom 4.8.2009. Auf Spiegel Online) selbst erklärt – bewusst niederschwellig gestalteten ersten Zugang zum Genre der oft wesentlich komplexeren Pen- und Paper-Rollenspiele dar: Er kann von Einzelpersonen gelesen bzw. durchgespielt werden, ohne dass eine Gruppe von Spielenden erforderlich wäre, das Regelwerk ist simpel und auf wenigen Seiten am Ende gut verständlich erklärt. Zudem ist der Band so angelegt, dass er auch ganz ohne zusätzliche Materialien (wie etwa Spezialwürfel) gespielt werden kann: Jeweils auf den ungeraden Seiten unten ist eine Würfelkombination abgedruckt. An den Stellen, an denen zu würfeln wäre, kann so durch das Blättern im Buch als „Ersatzwürfel“ ebenso eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden (vgl. S. 9). Insgesamt stehen diese Spieleaktivitäten deutlich im Vordergrund, ergänzt durch atmosphärische Beschreibungen und fantasievolle Details – den Genrebedingungen entsprechend bleiben Figurencharakteristik und Handlungsmotivationen weniger differenziert als sie etwa in konventionellen Fantasyromanen ausgestaltet werden können.

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden. 

Im Kontext der Leseförderung weist Der Hexenmeister vom flammenden Berg viele günstige Eigenschaften auf: Sieht man von Einleitung und Regelwerk ab, die etwas längere Leseabschnitte beinhalten, so sind die Einzelsequenzen sehr kurz, häufig umfassen sie nur fünf bis zehn Zeilen. Im Spielteil ist auf jeder Doppelseite mindestens eine Illustration vorhanden, die Schrift ist vergleichsweise groß, ebenso wie der Zeilenabstand. Dazu kommt, dass die reinen Lektüresequenzen, in denen die Narration voranschreitet oder Auswahlentscheidungen zu treffen sind, regelmäßig von Spielsequenzen unterbrochen werden, in denen Duelle auszuwürfeln sind. Positiv ist ebenfalls, dass im Rahmen des Lesespiels mindestens in geringem Umfang auch Schreibfertigkeiten angesprochen werden: Der Abenteurer bzw. die Abenteurerin notiert sich regelmäßig den Punktestand von Eigenschaftswerten sowie gefundene Ausrüstungsgegenstände. Ein weiterer Anreiz für sonst wenig oder nicht Lesende kann darin bestehen, dass online auf Youtube mehrere Let ́s Play-Videos verfügbar sind, die zeigen, wie jemand das Buch spielt und kommentiert.

Auch über vierzig Jahre nach seinem ersten Publikation erweist sich Der Hexenmeister vom flammenden Berg insofern als kurzweiliger Spielspaß, der hier in aktualisiertem Erscheinungsbild erst recht gewürdigt werden kann und auch für alle Fantastikinteressierten ab 10 Jahren gut geeignet ist.