Buchcover Action Dude. Zoff im Freizeitpark

Charlie ist neun Jahre alt und lebt bei seiner Mom. Er ist selbsternannter Superheld und nennt sich...

Rezensiert von Doris Schmitt-Constabel und Dr. Laura Mogl

Aus dem Klassenzimmer ins nächste Level: Gerade noch war für Luca Nachsitzen angesagt – ausgerechnet mit Zane und Yazmine, die ständig streiten. Doch plötzlich finden sich die drei Kinder in neuer Gestalt und mit magischen Fähigkeiten ausgestattet in der mythischen Welt Imperia wieder. Gelingt es ihnen, als echtes Team zusammenzuwachsen? Denn laut Prophezeiung können sie nur gemeinsam diese Mission erfüllen und die alte Herrschaft der Drachen retten. Ein actiongeladener Reihenauftakt, spannend bis zur letzten Seite.

BuchtitelAction Dude. Zoff im Freizeitpark
AutorAndy Riley, übers. v. Matthias Wieland, illustr. v. Andy Riley
GenreComic & Graphic Novel
Lesealter8+
Umfang144 Seiten
Edition1. Auflage
VerlagCarlsen
ISBN978-3-551-55976-0
Preis12,00 €
Erscheinungsjahr2026

Charlie ist neun Jahre alt und lebt bei seiner Mom. Er ist selbsternannter Superheld und nennt sich nicht nur auf seinem offiziellen Heldenausweis Action Dude. Vorname: Action, Nachname: Dude. Er ist stark, fürchtet sich vor nichts (außer vor Spinnen) und benötigt freilich ein Flugzeug, um die Besorgungen für seine Mom zu machen. Da erreicht ihn ein Hilferuf der Bürgermeisterin, die verkündet, es gäbe einen Notfall im Freizeitpark der Stadt: Im Urzeit-Land spielen die sonst so freundlichen Urzeitroboter wie Mammut, Säbelzahntiger und Höhlenmenschen verrückt und bedrohen die Parkbesucher! Techniker Kuno berichtet, der oberste Ingenieur habe absichtlich durch ein Umprogrammieren der Roboter den Park ins Chaos gestürzt.

Klar, dass Action Dude sofort zur Stelle ist, um zu helfen. Doch zunächst will sich die Polizeichefin selbst des Problems annehmen. Als diese jedoch bei ihrem Rettungsversuch von den wütenden Ugg-Menschen angegriffen wird und mit ihrem Quadrokopter in Not gerät, wird der neunjährige Superheld schließlich von der Bürgermeisterin mit einem Funkgerät ausgestattet. Gemeinsam mit Techniker Kuno fährt er in der Schwebebahn seinem Abenteuer entgegen und findet sich kurz darauf in einem ersten Duell mit dem Anführer der bedrohlichen Ugg-Menschen. Zwar muss Dude nun einige Schläge einstecken, doch findet er genau in dieser misslichen Situation den Powerknopf des wilden Roboters. Es gelingt ihm nicht nur diesen auszuschalten und damit seinen Angreifer unschädlich zu machen, sondern er wird obendrein von den anderen steinzeitlichen Robotern zum Anführer ernannt. Unter ihnen befindet sich – gut verkleidet – das unerschrockene Mädchen Ruby, das zum Zeitpunkt des Roboterangriffs mit seinem Vater im Park war. Gemeinsam wollen sie nun Rubys Dad und alle anderen Parkbesucher retten. Dabei nehmen sie es mit dem wild gewordenen Säbelzahntiger-Roboter Zandara auf und suchen in einer gefährlichen Vulkanhöhle nach den vermissten Besuchern, bis sie schließlich herausfinden, wer tatsächlich hinter dem ganzen Zoff im Freizeitpark steckt.  

Eine Leseprobe ist verfügbar. 

Zwei Kartoffeln, ein paar Linien und Punkte: „Er ist einfach ein kleiner Kartoffel-Spaghetti-Bananen-Typ!“ (S. 137) Und doch kann er einfach alles. 

So beschreibt der Autor und Cartoonist Andy Riley seinen sparsam gezeichneten Superhelden Action Dude, der im Comicroman Zoff im Freizeitpark für viel Spaß und Wirbel sorgt und rasch die Sympathien der jungen Leserschaft gewinnen dürfte. 

Die Geschichte lebt von mitreißenden, rasch aufeinanderfolgenden Ereignissen ebenso wie von skurrilen Begegnungen und Komik, die in Wort und Bild gleichermaßen Ausdruck finden. Der Wortschatz ist kindgerecht gewählt und unterstützt das flüssige Lesen.

Erzählt wird Action Dudes Abenteuer aus seiner eigenen subjektiven Perspektive. So bleibt es den Lesenden eventuell selbst überlassen, welchen Wahrheitsgehalt sie Dudes Berichten zugestehen wollen. Hat sich der Einkauf für die Mutter per Hubschrauber tatsächlich so zugetragen oder entsprang dieser nur der Fantasie eines kleinen Jungen und `Möchte-gern-Superhelden`? Ebenso verhält es sich mit dem hier erzählten Abenteuer vom Zoff im Freizeitpark:  Hat sich diese Geschichte wirklich so zugetragen? Wird ein 9-jähriger Junge tatsächlich von der Bürgermeisterin zu Hilfe gerufen? Eine schmale Zeitangabe am oberen Rand der Panels weist die aufmerksamen Leser*innen daraufhin, dass wohl nur fünf Minuten zwischen dem Hilferuf der Bürgermeisterin und der Festnahme des Technikers Kuno verstrichen sind. Vielleicht entlockt dies einem versierteren Lesenden einen weiteren Lachmoment, doch ist dieses Verständnis sicherlich nicht essentiell und schmälert das Lesevergnügen dieses heiteren Comicromans keinesfalls. Denn darum geht es beim Lesen dieses Titels: Freude und Spaß beim Lesen und Betrachten der Illustrationen zu haben und in die Geschichte abzutauchen. Die humorvolle Gestaltung sorgt dafür, dass die Leser*innen am Ball bleiben, die actionreiche Handlung hält die Spannung durchwegs aufrecht, während ganz nebenbei wichtige Themen wie der Umgang mit Ängsten oder die Gefahren von KI und Robotern kindgerecht und unaufdringlich behandelt werden. Der Umgang mit Tieren, wie zum Beispiel das Zusammenbinden von Spinnenbeinen, erfordert jedoch Gespräche über die Unterschiede zwischen fiktiver Handlung und dem richtigen Umgang mit Tieren in der Realität.

Die Figuren bieten reichlich Identifikationspotenzial für Jungen wie Mädchen. Mit Action Dude gibt es einen cleveren, furchtlosen und verrückten Protagonisten, der jede Menge Heldenpotential und Charisma mitbringt. Vor nichts scheint er zurückzuschrecken und ist felsenfest von sich und seinen Kräften überzeugt und damit jedes Problem lösen zu können. Gleichzeitig ist er aber auch ein neunjähriger Sohn, dem es vor Spinnen graut, der seine Mom liebt und sie stets – so gut er kann – unterstützen möchte. Dies macht ihn zu einer sympathischen und nahbaren Identifikationsfigur. 

Etwas später bekommt der selbstbewusste Actionheld Unterstützung von Parkbesucherin Ruby. Diese steht Action Dude in nichts nach, ist genauso unerschrocken und tatkräftig. Oftmals bricht sie traditionelle Rollenbilder auf, indem sie beispielsweise am Ende des Buches sogar die Leitung des Freizeitparks übernimmt, sodass sie für die junge weibliche Leserschaft klar als geeignete Identifikationsfigur funktioniert. 

Durch das Comicformat werden Figuren sowie Handlungsorte anschaulich und lebendig charakterisiert, sodass sich junge Leser*innen schnell in die Geschichte vertiefen können. Die Seitengestaltung arbeitet mit vielen Panels, die die einzelnen Handlungsschritte klar veranschaulichen und das Mitverfolgen der Handlung erleichtern. Genau wie der einfache Zeichenstil des Autors ist auch jedes einzelne Panel nicht überfrachtet und ermöglicht durch diese übersichtliche und klare Buchgestaltung den Zugang besonders leicht, sodass auch Lesemuffel ihre Freude an diesem Werk finden werden. 

Die klare Linie in Andy Rileys Roman setzt sich auch in der Farbgebung fort: In Schwarz-Weiß mit warmen Orange- und Brauntönen gehalten, sorgt sie für wenig Ablenkung, kommt auf den Punkt und ist dadurch besonders leicht zu verstehen und zu deuten. Emotional besonders aufregende Handlungsdetails werden in ihrer Intensität durch eine gelb-lila Farbgebung hervorgehoben, die auch nur sehr ausgewählt eingesetzt wird.

Die Zeichnungen sind gelungen, bringen Spaß, lassen die Leser*innen lachen und sind voller kleiner Details. Zudem laden sie zum eigenen Nachzeichnen ein: Am Ende gibt es eine praktische Zeichenanleitung, die kreatives Gestalten zusätzlich fördert.

Fazit: Andy Rileys Werk ist ein motivierender Comic, der Kinder von Anfang an in seinen Bann zieht. Gerade der scheinbar einfache Zeichenstil macht Andy Rileys Werk besonders überzeugend und sorgt dafür, dass sowohl der Witz als auch die actionreiche Handlung leicht verständlich sind. Extrem kurzweilig fliegen die Seiten nur so dahin. Ein Folgeband erscheint im Juni 2026.

Action Dude. Zoff im Freizeitpark ist auf Grund seiner klaren Struktur und seines leicht verständlichen Zeichenstils zur privaten Lektüre für Leseanfänger*innen ab 8 Jahren besonders zu empfehlen. Selbstständig werden Kinder in die chronologisch erzählte und leicht zu verstehende Handlung eintauchen können, die actionreiche Erzählung hält den Spannungsbogen konstant aufrecht und motiviert so zum Weiterlesen. Viele kurze Kapitel machen eine selbstständige Orientierung und Einteilung auch in kleine Leseeinheiten möglich. 

Der Comicroman sollte deshalb auch in Schul- und Klassenbüchereien aufgenommen werden, da er auf Grund des begrenzten Textumfangs raschen Leseerfolg verspricht und somit auch ideal in Vielleseverfahren integriert werden kann. Motivieren doch sicherlich auch das witzig dynamische Cover, das schmale Büchlein selbst sowie der hohe Bildanteil beim ersten Blick ins Buch zur Ausleihe und zum selbstständigen Erlesen der Geschichte. Durch seinen Witz auf Wort- und Bildebene gleichermaßen sollten sich bei den Kindern sogar leicht erste Erfahrungen hinsichtlich Lesevergnügen einstellen und durch die serielle Anlage im Idealfall auch Wenigleser*innen zum folgenden Band von Action Dude greifen lassen.

Die am Ende des Buches integrierten Zeichenanleitungen ermöglichen eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Medium Comic. Und auch hier verspricht Andy Rileys einfach gehaltener Zeichenstil auch bei weniger ambitionierten oder talentierten Künstler*innen Freude am eigenen kreativen Tun. 

Das Buch bietet schließlich vielfältige Gesprächsanlässe, etwa zur Auseinandersetzung mit Robotern und Künstlicher Intelligenz. Außerdem regt es dazu an, über den Umgang mit Tieren, insbesondere mit Spinnen, nachzudenken. Darüber hinaus eröffnet es Möglichkeiten, sich mit eigenen Ängsten auseinanderzusetzen und darüber zu sprechen.