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Buchempfehlungen

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Buchcover Julien Wolff: Mehr als ein Spiel

Rezension von Eva Maus

Zwischen Stammspieler und Ersatzbank, Erfolg und Scheitern liegt manchmal nur eine Pille... Luka hat einen Traum: ein erfolgreicher Basketballspieler werden. Doch als der Druck steigt und die Leistungen ausbleiben, sieht er keinen anderen Ausweg, als sich zu dopen.

Mehr als ein Spiel ist schnell gelesen, eine spannende Odyssee auf Augenhöhe und endet mit der Erkenntnis, dass weder Lukas Körper noch sein bester Freund das Doping tolerieren.

BuchtitelMehr als ein Spiel
AutorJulien Wolff
GenreSport
Lesealter12+
Umfang112 Seiten
VerlagCarlsen
ISBN978-3-551-31923-4
Preis4,99 €

Luka hat es auf eine teure und angesehene Basketball-Akademie geschafft, sich damit einen großen Traum erfüllt und einen wichtigen Schritt zum Profisportler erreicht. Doch es bleibt die Angst, dort wieder aussortiert zu werden. Denn es mangelt ihm zwar weder an Körpergröße noch an ausgefeilter Spieltechnik, wohl aber an körperlicher Stärke. Aus Angst, seine Mutter, den Coach und seine Freunde zu enttäuschen, entschließt er sich schließlich, Anabolika zu schlucken. Zunächst gelingt die angestrebte Veränderung sowohl sportlich als auch körperlich, aber er wird launisch, bekommt Probleme mit dem Schlafen, pinkelt sogar Blut und dann werden auch noch Dopingtests angekündigt. Zudem entdeckt sein bester Freund den Drogenmissbrauch und droht, sich von ihm abzuwenden, wenn er die Pillen weiter schluckt. Als Luka endlich die ersehnte Verabredung mit einer talentierten Basketballspielerin hat, bricht er zusammen und wacht im Krankenhaus wieder auf. Zum Glück hat er gute Freund*innen, die sein Verhalten missbilligen, ihn aber nicht fallen lassen.    

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden.

Mehr als ein Spiel wird aus der Perspektive des Protagonisten Luka erzählt und so werden Lesende von Anfang an mitgenommen auf dem Weg vom selbstbewussten Basketballüberflieger, über Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und die Angst, dem Team der angesehenen Sportakademie nicht zu genügen, bis zu dem verzweifelten Entschluss, mit Doping der Steigerung der Körperstärke nachzuhelfen. Dabei werden Lukas Entscheidungen schlüssig hergeleitet. Die Unsicherheiten bezüglich seines Körpers und seiner Leistungsfähigkeit dürften vielen Heranwachsenden nicht fremd sein. 

Obwohl Luka von mehreren Basketballspielen berichtet, die er mit seinem Team – oder auf der Ersatzbank – bestreitet, liegt der Fokus weniger auf dem Spielgeschehen als auf Lukas inneren Nöten. Dabei schreitet die Handlung schnell voran, es kommt schon auf den ersten Seiten Spannung und nie Langeweile auf.  Auch insgesamt ist der Titel gut geeignet und passend gestaltet für alle, die von einem kurzen Text mit relativ leichter Sprache profitieren; verzichtet wird im Gegenzug auf tiefgehende Figurenzeichnung und eine komplexere Handlung.

Die pädagogische Botschaft von Mehr als ein Spiel ist eindeutig: Luka kann zwar zunächst durch das Doping an Auftrieb in jeder Hinsicht gewinnen, doch der Absturz folgt bald. Körperliche Beschwerden, psychische Probleme und die Gefahr, dass alles auffliegen könnte, setzen ihm zu. Als er schließlich im Krankenhaus aufwacht und sein bester Freund ihm ein Ultimatum stellt, gibt er das Doping zu und erhält – in einem zugegebenermaßen etwas zu einfach gewonnenen Happy End – von allen Beteiligten (seiner Mutter, dem Coach, seinem Schwarm, seinem Freund) eine zweite Chance. Der Titel schließt zudem mit zwei Listen ab, die Gründe gegen das Doping und Tipps zur gesunden Leistungssteigerung präsentieren. Trotzdem kommt der Titel nicht belehrend daher, sondern bleibt auf Augenhöhe der Lesenden.

Insgesamt präsentiert Julien Wolff mit Mehr als ein Spiel ein schnell und einfach gelesenes Buch über Basketball, Leistungsdruck beim Sport und die Gefahren des Dopings, das besonders Basketballfans und Lesemuffeln gefallen wird. 

Mehr als ein Spiel eignet sich durch seinen überschaubaren Umfang, seinen geringen Anschaffungspreis und für die Zielgruppe relevante Themen als Klassenlektüre. Aber auch für freie Leseformate oder unbegleitete Privatlektüre kann der Titel empfohlen werden. Er kann gut genutzt werden, um über Doping, Leistungsdruck und körperliche Selbstbilder zu reflektieren und eignet sich zum Beispiel als alternative Klassenlektüre zu einem Titel, der sich beispielsweise mit einer Essstörung auseinandersetzt.

Die besondere Stärke gerade für schwächere Lesende ist die einfache Sprache, der geringe Umfang und die leser*innenfreundliche Gestaltung des Buches.