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Buchcover Joachim Friedrich: 4 ½ Freunde und der Schrei aus dem Lehrerzimmer

Rezension von Birte Not

Kalle, Steffi, Friedhelm, Radieschen und der Hund Tausendschön – die 4 ½ Freunde - ermitteln wieder. Seltsame Dinge gehen an der Schule vor: Aus den Umkleideräumen werden Wertsachen gestohlen und immer wieder hören die Schüler grauenvolle Schreie...

Buchtitel4 ½ Freunde und der Schrei aus dem Lehrerzimmer
AutorJoachim Friedrich
GenreKrimi & Thrill
Lesealter10+
Umfang155 Seiten
VerlagThienemann Verlag
ISBN3 522 17301 5
Preis9,90 €

Kalle, Steffi, Friedhelm, Radieschen und der Hund Tausendschön – die 4 ½ Freunde - ermitteln wieder. 

Seltsame Dinge gehen an der Schule vor: Aus den Umkleideräumen werden Wertsachen gestohlen und immer wieder hören die Schüler grauenvolle Schreie.

Keine Frage, dass die Detektivbande der Polizei unter die Arme greifen und den Dingen auf den Grund gehen will.

Doch die Ermittlung ist dieses Mal vertrackter als gewohnt: Steckt der neue Hausmeister hinter den Geschehnissen oder ist er doch nur ein weiteres Opfer?

Und ist die Lehrerin Frau Schulte-Stratmann in Gefahr?

Es war spät geworden. Durch das dichte Dach der Obstbäume fiel kaum noch Licht.

Das hatte zwar den Vorteil, dass wir vom Haus aus nicht gleich gesehen werden konnten, andererseits macht es uns die Dunkelheit schwer, Tausendschön in dem verwilderten Garten zu finden.

Endlich entdeckten wir ihn. Er stand mit aufgerichteten anderthalb Ohren vor einem erleuchteten Fenster und pfiff, was die Zahnlücke hergab.

„Tausendschön!“, rief ich leise. „Da bist du ja endlich! Was machst du denn nur? Wir müssen doch zu Kalle.“

Steffi, Radieschen und ich kamen gleichzeitig bei ihm an. Ich nahm ihn auf den Arm, während ich immer noch mit ihm schimpfte. Tausendschön schien es überhaupt nicht wahrzunehmen. Wie gebannt starrte er auf das erleuchtete Fenster.

„Was ist denn da?“, fragte Radieschen mit zitternder Stimme. „Ob es hinter dem Fenster etwas gibt, das ihn so aufregt?“

„Wir können ja nachsehen“, meinte Steffi.

„Bist du verrückt!“, rief Radieschen. „Wer weiß, was da ist. Das möchte ich lieber gar nicht sehen.“

„Eh, Mann eh! Ich möchte auch gerne wissen, was Tausendschön so aufregt. Es ist schließlich nicht das erste Mal. Hinter diesem Fenster ist etwas, das…“

Ich konnte nicht weiterreden, weil Radieschen plötzlich schrie, als hätte ihn jemand aufgespießt.

Die „4 ½ Freunde“ oder das „Detektivbüro Kalle und Co“, wie Anführer Kalle sie gerne nennt, sind 4 Kinder und ein Hund, die gemeinsam seltsamen Ereignissen oder Kriminalfällen auf den Grund gehen. Mittlerweile liegen 19 Bände mit ihren Abenteuern vor.

Interessant ist die Konstellation der Gruppe. Die gegensätzlichen Charaktere bieten auch in „4 ½ Freunde und der Schrei aus dem Lehrerzimmer“ zahlreiche Identifikationsmöglichkeiten für die Leser und sorgen außerdem für einige lustige und unerwartete Momente. 

Die Hobby-Detektive, allen voran Kalle, wollen in dem Band „4 ½ Freunde und der Schrei aus dem Lehrerzimmer“ Diebstähle an ihrer Schule aufdecken und machen dabei immer mehr merkwürdige Entdeckungen wie die Schreie aus dem Lehrerzimmer oder dem Haus des Hausmeisters. Mehr und mehr verstrickt sich alles zu einem Netz von Hinweisen, Motiven und möglichen Opfern oder Tätern.

Kalle geht mit den Ermittlungen im Laufe der Zeit so weit, dass nicht nur die Betroffenen an der Schule, sondern sogar die Polizisten von ihm genervt sind, und erntet damit reichlich Spott. Friedhelm wiederum kann den Hund Tausendschön während einiger Beobachtungsmissionen nicht festhalten, wodurch er immer wieder in brenzlige Situationen gerät und neue Entdeckungen macht.

Auch das Thema Liebe spielt bei diesem Fall eine Rolle, denn Friedhelm ist in die Lehrerin Frau Schulte-Stratmann verliebt, die in Gefahr zu sein scheint, und Steffi himmelt den neuen Hausmeister, Herrn Pedell, an, der vielleicht hinter allen merkwürdigen Geschehnissen steckt. So kommt es zu scheinbar unerklärlichen Ereignissen, bei denen jeder mögliche Täter auch ein unschuldiges Opfer sein könnte und Uneinigkeit in der Gruppe darüber herrscht, wem sie trauen sollten.

Die immer neu hinzukommenden merkwürdigen Ereignisse und die Uneinigkeit über Täter und Opfer sorgen für fortlaufende Spannung und laden den Leser immer wieder zum Miträtseln über die Auflösung ein, denn wer am Ende der Täter ist, das kann zu keinem Zeitpunkt erraten werden.

Joachim Friedrich bricht diese Spannung durch Einschübe, in denen Friedhelm über sein Leben bei seiner Mutter berichtet, die vom Vater getrennt allein mit ihm lebt. Hier bietet sich auch ein möglicher Anknüpfungspunkt an die Lebenswelt einiger Leser. Die Behandlung dieses Problems wird aber in die Geschichte eingebunden und nimmt nicht überhand.

Durch die besondere Zusammensetzung der „4 ½ Freunde“ mischt sich die Spannung mit humorvollen Momenten, in denen die unterschiedlichen Charaktere der Freunde und vor allem auch die Unberechenbarkeit des Hundes Tausendschön zum Tragen kommen.

Die Mischung aus Spannung, Humor und privaten Problemen wird im Buch für die Altersstufe ab 10 Jahren ansprechend umgesetzt und ist für Jungen und Mädchen gleichermaßen attraktiv.

Angemessen ist auch der Umfang des Buches. Mit 155 Seiten scheint es zwar zunächst gerade für jüngere oder ungeübte Leser recht umfangreich zu sein, allerdings ist die Geschichte durch Kapitel von 20 bis 30 Seiten und deutlich gekennzeichnete Abschnitte innerhalb der Kapitel gut gegliedert. Außerdem finden sich immer wieder kleinere Zeichnungen oder auch ganzseitige Illustrationen, die zwar nicht zum Verständnis beitragen, aber das Schriftbild deutlich auflockern und damit motivierende Wirkung haben. 

Auch sprachlich ist der Text für die Altersstufe angemessen. Durch die stringente Erzählung ohne zeitliche Sprünge und die Diskussionen der „Detektive“ ist das Verstehen der Zusammenhänge für den Leser recht einfach. Auch Bezüge zu den vorherigen Bänden der Reihe werden erklärt, sodass dieses Buch ohne Kenntnis der früheren Geschichten verständlich ist.

All dies zeigt, dass „4 ½ Freunde und der Schrei aus dem Lehrerzimmer“ eine spannende, aber auch humorvolle Kriminalgeschichte ist, die sehr gut an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst ist.