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Buchcover Hans-Jürgen Feldhaus: Kurve kriegen - Roadtrip mit Wolf

Rezension von Eva Maus

Was haben ein Wolf, ein Junge mit Liebeskummer und der Junge, der daran Schuld ist, eine Diebin mit großer Klappe, ein Backpacker, der von einem asiatischen Mädchen verfolgt wird, und eine sehr spontane Frau mit einem geliehenen Oldtimer-Bus gemeinsam? Sie bilden die bunt zusammengewürfelte Truppe, die sich in Kurve kriegen. Roadtrip mit Wolf ihren chaotischen Weg Richtung Süden sucht – inklusive jeder Menge skurriler Begegnungen, lustig illustriert und extrem witzig erzählt.

BuchtitelKurve kriegen - Roadtrip mit Wolf
AutorHans-Jürgen Feldhaus
GenreHumor & Comedy
Lesealter12+
Umfang288 Seiten
Verlagdtv
ISBN978-3423740548
Preis14,95 €

Die Sommerferien beginnen für den 14-Jährigen Vincent unerfreulich, denn seine Freundin trennt sich von ihm, um mit seinem besten Freund Leander zusammen zu sein. Natürlich hat Vincent daraufhin wenig Lust mit den beiden und einigen anderen Jugendlichen gemeinsam in Süddeutschland zu campen. Deswegen folgt er der Einladung von Betty, die sich – frisch von ihrem Freund getrennt – nicht allein mit einem kultigen, alten VW-Bulli nach Sardinien aufmachen will. Leander mag den deprimierten Vincent nicht allein lassen und so lügen die beiden Jungen ihre Eltern an, um sich auf einen sehr chaotischen Roadtrip zu begeben. In dessen Verlauf wird ein Wolfshund gekidnappt, die Gruppe erhält Zuwachs durch ein schlagfertiges Mädchen und einen wortgewandten jungen Backpacker – beide anfangs voller Geheimnisse. Der Bulli nimmt einigen Schaden und die sehr spontane und ziemlich planlose Truppe hat Begegnungen mit Spießern, Bikern und kleinkriminellen Hippies. Zeitweise werden sie von einem bestohlenen Wirt, den ursprünglichen Wolfshund-Besitzern sowie einer kampfwütigen Motorrollerfahrerin verfolgt. Ihre Reise führt sie über die Alpen nach Korsika, bis sie schließlich in Cannes nicht nur von Vincents und Leanders Eltern gefunden werden und sich alle Lügen und Geheimnisse doch noch klären.

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden. 

Kann ein Buch, das mit Liebeskummer beginnt, tubulent, witzig und kein bisschen gefühlsduselig werden? Hans-Jürgen Feldhaus beweist in Kurve kriegen – Roadtrip mit Wolf, wie gut das geht. Dass der 14-jährige Vincent geknickt ist, weil seine Freundin mit ihm Schluss macht, um mit seinem besten Freund Leander zusammen zu sein, ist nur der Auslöser für den schrägen Roadtrip, dem die Lesenden folgen dürfen. Die jeweiligen Roadtrip-Episoden in malerischen Landschaften und voller skurriler Begegnungen sind dabei teilweise sehr unzusammenhängend, nicht unbedingt realistisch und bedienen reichlich Klischees und Stereotypen. Bald sammeln sich bei Lesenden aber Fragen, die Spannung erzeugen: Werden sich Vincent und Leander wieder annähern? Wann bekommen ihre Eltern heraus, dass die Jungen nie im Feriencamp angekommen sind, das sie angeblich besuchen wollten? Warum will Freddy ihren Personalausweis nicht vorzeigen? Was verheimlicht Ruben und warum verfolgt ihn eine wütende Asiatin? Lässt sich der Wolfshund letztlich auswildern? 

Vor allem der lockere, extrem witzige Erzählstil aber trägt die Handlung – mit vielen lustigen Dialogen wird er virtuos bis zum Ende durchgehalten, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Lesende werden sich das Schmunzeln nicht verkneifen können, wenn zum Beispiel der schwäbischen Akzent von spießigen Campingplatzbesuchern auf Korsika veralbert wird oder eine Diskussion mit einer Biker-Gang zu ganz unerwarteten Einblicken führt. Unterstützt wird der Humor durch Skizzen des Autors.

Vincent, der zunächst einiges zu verarbeiten hat, macht der Liebeskummer mutig und mit dieser trotzig-spontanen Art wird er zu einer attraktiven Identifikationsfigur für junge Lesende, die (mindestens in Gedanken) Lust auf Freiheit, Abenteuer und ein Nach-mir-die-Sinflut-Gefühl haben. 

Kurve kriegen – Roadtrip mit Wolf macht einfach Spaß und ist genau die richtige Lektüre für alle, die gern Humorvolles lesen. 

Um das Leseangebot auch für solche Jugendliche attraktiv zu gestalten, die nicht unbedingt klassische Heldengeschichten brauchen, sondern gern witzige Bücher lesen, ist Kurve kriegen – Roadtrip mit Wolf sowohl im privaten Bereich als auch in Bibliotheken oder freien Leseformaten in der Schule sehr gut geeignet. Die Handlung wird chronologisch erzählt und ist nicht schwer zu verstehen. Es werden zwar Klischees genutzt, aber durch den witzige Erzählstil voller Selbstironie ist es unwahrscheinlich, dass dies zum Erleben von Diskriminierungen oder Verhärten von Vorurteilen führt.

Das Buch bietet zudem Möglichkeiten, um sich auch kreativ weiter damit zu beschäftigen: Durch den episodischen Aufbau ist das Lesen in Auszügen möglich, um beispielsweise zum Lesen des ganzen Buches zu motivieren und auch das Verfassen eigener weiterer Episoden in Zuge kreativer Schreibaufgaben ist möglich. Eine weiterführende Beschäftigung kann zudem auch darin bestehen, dass man Reiseroute des Roadtrips nachverfolgt.