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Buchempfehlungen

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Buchcover Mac Barnett: Agent Mac – Klunker gesucht

Rezension von Doris Schmitt-Constabel

Die Königin von England höchstpersönlich ist am Telefon und beauftragt Mac, die verschwundenen Kronjuwelen zu finden. Gerade war Mac noch ein ganz normaler Junge und nun wird er - ausgestattet mit Flugticket und einem Bündel englischen Geldes - zum persönlichen Agenten der Queen. Eine aufregende und gleichzeitig kuriose Mission beginnt, die Mac nicht nur nach England, sondern auch nach Paris und Moskau führt, wo er mit Präsidenten und Geheimagenten verhandelt und einige verrückte Abenteuer zu bestehen hat.
Der spannende Auftakt in die Agent Mac-Reihe mit zahlreichen witzigen Farbillustrationen.

BuchtitelAgent Mac – Klunker gesucht
AutorMac Barnett
GenreKrimi & Thrill
Humor & Comedy
Lesealter8+
Umfang160
VerlagCbj
ISBN978-3-570-17649-8
Preis13,00

Es ist das Jahr 1989. Mac lebt allein mit seiner Mutter in Kalifornien. Als das Telefon klingelt, meldet sich keine Geringere als die Königin von England. Sie berichtet vom Raub der englischen Kronjuwelen und beauftragt ausgerechnet den jungen Mac, den Dieb zu fassen. Ist das am Ende ein schlechter Scherz? Darüber bleibt Mac kaum Zeit nachzudenken. Denn schon findet er vor seiner Haustür nicht nur ein Flugticket nach London und ein Bündel Geld, sondern auch noch ein Entschuldigungsschreiben für die Schule sowie eine Nachricht für seine Mutter. Da man einer Königin schlecht einen Wunsch abschlagen kann, zögert Mac nicht lange und macht sich als persönlicher Agent Ihrer Majestät auf die Reise nach England. Angekommen im Tower von London erzählt ihm die Queen von ihrem Verdacht, dass der Präsident von Frankreich ihren Krönungslöffel gestohlen habe. Der Grund: sie habe ihm beim gemeinsamen Mittagessen die Zunge herausgestreckt. In Begleitung des königlichen Hundes Freddie begibt sich Mac nun nach Paris. Ob der französische Präsident wirklich der gesuchte Kronjuwelenräuber ist? Das gilt es herauszufinden. Doch als nun auch noch die „Mona Lisa“ aus dem Louvre verschwindet, wird dieser Fall immer komplizierter. Mac muss bis nach Moskau reisen und sich mit dem russischen Geheimdienst in Verbindung setzen, um alle Rätsel lösen zu können.

Eine Leseprobe kann hier eingesehen werden.

„Warum ich? Ich bin doch noch ein Kind und wohne nicht mal in England“, wundert sich Mac, als er von der englischen Königin den Auftrag erhält, den Raub ihrer Kronjuwelen zu klären. Der Queen ist die Tatsache, dass Mac bis auf in Schönschreiben nur Einsen in der Schule bekommt, Grund genug. Und so wird Mac als ganz normaler amerikanischer Junge zum Helden dieses humorvollen Abenteuers. Ein ‚Held‘, der seine verwaschene Jeans und seinen Gameboy liebt, keine grünen Bohnen und trockenen Kekse mag, gerne mit Hunden spielt und wie fast alle Jungs auf dieser Welt neugierig ist, aber auch Angst hat und Heimweh kennt. Das macht ihn so sympathisch und somit zur idealen Identifikationsfigur für Jungs der Altersgruppe 8+.
Mac selbst erzählt aus autobiographischer Perspektive sein Abenteuer. Dabei nimmt er seine Leser*innen mit auf eine aufregende Reise durch das Europa der Achtzigerjahre. Die Zeit von Kaltem Krieg und Spionage, aber auch von Jeans und Gameboy. Überhaupt nicht kompliziert, aufgesetzt oder künstlich arrangiert wird dabei dem Lesenden die Kulturhistorie dieser Zeit näher gebracht. Dies gelingt ganz nebenbei, ohne mit geschichtlichem Wissen zu belehren. So werden die Leser*innen ganz unbemerkt um die ein oder andere manchmal auch amüsante Information reicher.
Erwachsene Lesende mögen sich vielleicht erinnern: da gab es doch mal tatsächlich einen James Bond  als persönlichen Geheimagenten Ihrer Majestät von England, der „Her Majesty“ aus dem Buckingham Palace abholte... Genauso dicht und actionreich kommt dieses Agentenabenteuer für Kinder daher – mit jeder Menge Witz und Raffinesse.
Die Geschichte lebt von diesen mitreißenden, rasch aufeinanderfolgenden Ereignissen ebenso wie von skurrilen Begegnungen und Komik, die in Wort und Bild gleichermaßen Ausdruck finden.
Bereits das auffällig farbige Cover mit dem sonnenbebrillten Mac und dem Hund Freddie deutet den spannenden und humorvollen Inhalt an. Mike Lowery ist es mit seinen originellen Farbillustrationen hervorragend gelungen, sowohl das Textverständnis zu unterstützen und kulturhistorisches Wissen eingängig zu erklären als auch mit viel Witz und Originalität fast ein Gefühl von Comicroman zu schaffen. Bereits beim Blättern durch das Buch wird auch ein Lesemuffel merken: Es gibt keine einzige Seite reinen Text! Auf kurze Textpassagen folgen auflockernde Zeichnungen im Comicstil. Die Kapitel sind kurz und klar strukturiert und das Inhaltsverzeichnis zu Beginn des Buches sorgt für rasche Orientierung und Übersicht.
Wer dann die 150 Seiten ganz leichtfüßig und schmunzelnd geschafft hat, der bekommt schon einen winzigen Vorgeschmack auf Band zwei der Agent Mac-Reihe, der bereits unter dem Titel „Agent Mac – Bösewicht in Sicht“ erschienen ist. Wieder wird Mac im Auftrag der britischen Königin unterwegs sein. Weitere Bände sind bereits auf dem amerikanischen Buchmarkt vorhanden und sollen auch bald im Deutschen erhältlich sein.

Fazit: Dieses Buch bietet neben actionreicher Unterhaltung und jeder Menge Humor auch geschickt und unauffällig eingeflochtene historische Fakten. Die heiteren farbigen Illustrationen tun ihr Übriges, dass bei dieser temporeichen Lektüre keine Langeweile aufkommt und diese somit auch für Leseanfänger*innen und weniger leseaffine Kinder bestens geeignet ist.

Das vorliegende Buch fesselt junge Leser*innen durch die unterhaltsame und packende Handlung, vor allem aber auch durch die humorvollen Illustrationen, die den Text perfekt unterstützen, erklären und insgesamt leichter verständlich machen. Somit ist „Agent Mac – Klunker gesucht“ vor allem zur privaten Lektüre oder während freier Lesezeiten in der Schule geeignet.
Für Vielleseprogramme, Bücherkisten und Schulbibliotheken ist dieser Titel wärmstens zu empfehlen. Das Cover ist gerade für Jungs ansprechend, ein erstes Blättern durch das reichlich illustrierte Buch macht neugierig, verheißt nicht allzuviel ‚Leseanstrengung‘ und verführt somit sicherlich zum Ausleihen und Lesen.
Aufgrund der vielen kulturhistorischen Elemente, die dieses Buch verarbeitet, wäre sowohl eine auszugsweise Verknüpfung mit dem Heimat- und Sachunterrichtthema „Europa“ oder dem Fremdsprachenunterricht in der Grundschule denkbar. Anschaulich, witzig und eingängig wird beispielsweise viel Detailwissen über die Queen weitergegeben, welches sicherlich manch landeskundliche Unterrichtseinheit auflockern könnte.