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Buchcover Zack Loran Clark, Nick Eliopulos: Bund der Schattenläufer. Fuchsfeuer

Rezension von Matthias Jakubanis

Stelle Dir vor, das Schicksal Deiner Stadt liegt in Deinen Händen. Genau diese Erfahrung muss der jugendliche Held Zed unverhofft machen, als er gegen seinen Willen als Schattenläufer in die Abenteuergilde der mittelalterlichen Stadt Freestone berufen wird und gefährliche Ungeheuer bekämpfen muss. Dank seiner Gefährten und der magischen Kräfte, die er als Halbelfe entdeckt, gelingt es ihm, den monströsen Schrecknissen zu trotzen und eine Verschwörung aufzudecken. Ein fantasievoller Abenteuerroman, der die Gefahren und Mysterien einer mittelalterlich anmutenden Stadtgesellschaft spannend erzählt.

BuchtitelBund der Schattenläufer. Fuchsfeuer
AutorZack Loran Clark, Nick Eliopulos
GenreAbenteuer
Fantasy
Lesealter12+
Umfang336
Verlagdtv Junior
ISBN978-3-423-76261-8
Preis15,95

Der 12-jährige Elfenjunge Zed und sein Freund Brock werden in der mittelalterlich wirkenden Stadt Freestone entgegen ihrer Hoffnungen in die wenig prestigeträchtige Abenteuergilde als so genannte „Schattenläufer“ aufgenommen, welche für den Schutz jenseits der Stadtmauern verantwortlich sind. Dies wird auch notwendig, denn Monster vergangener Tage, die so genannten „Schrecknisse“, versuchen die Stadt anzugreifen. Mithilfe weiterer Freunde und Zeds zunächst unterbewussten Fähigkeiten als Magier, gelingt es ihnen, gefährliche Monster abzuwehren und den verborgenen Feind inmitten der eigenen Stadt ausfindig zu machen. Freestone ist somit zunächst gerettet, doch droht in der Nachbarstadt der Elfen, Llethanyl , bereits weitere Gefahr.

Die amerikanischen Autoren Zack Loran Clark und Nick Eliopulos entführen ihre Leser/innen bereits mit ihrem ersten Band in eine geheimsnisvolle Fantasiewelt, welche deutlich an Tolkins „Herr der Ringe“ oder „Der kleine Hobbit“ erinnert. Die mittelalterlich anmutende Gesellschaft ist stark hierarchisch verfasst und in unterschiedliche Gilden untergliedert, von denen die Abenteuergilde zwar den Schutz der Stadt Freestone gewährleistet, jedoch gegenüber den anderen Gilden als wenig prestigeträchtig gilt.
So stimmt es auch nicht verwunderlich, dass die beiden engen Freunde und Protagonisten Zed und Brock nur wider eigenen Willen in die Abenteuergilde aufgenommen werden. Die Romanhandlung wird gekonnt aus der Perspektive beider Figuren beschrieben, wobei die Komplexität durch den Perspektivwechsel weiterhin überschaubar und die Handlung für den Leser gut nachvollziehbar bleibt. Insbesondere die Figur des Protagonisten Zed erweist sich als vielschichtig, da er im Handlungsverlauf seine eigene Herkunft als Elf reflektiert und magische Fähigkeiten entdeckt. Die Entwicklung von einem Außenseiter zu einem mutigen und versierten Abenteuerer, der für seine Gesellschaft einsteht und Grenzen überwindet, kann auch jugendliche Leser/innen zur näheren identifikatorischen Auseinandersetzung einladen.
Der Roman illustriert inmitten der deutlich fragmentierten Gesellschaft Freestones die innige Freundschaft der jugendlichen Figuren, welche sich über Gildengrenzen hinweg bildet und durch verschiedene Abenteuer intensiviert wird. Es zeichnet den Roman aus, auf subtile Weise die Themen von Freundschaft und Gerechtigkeit, den Umgang mit Schwächeren, den Einsatz für die Gesellschaft und die Überwindung eigener Ängste und Enttäuschungen in einen Abenteuerkontext zu stellen.
Die Kämpfe gegen die als „Schrecknisse“ bezeichneten Monster erweisen sich als spannend, zumal dieses durchaus anschaulich geschildert werden. Ein „Glossar der Schrecknisse“ bietet ebenso wie die illustrierten Landkarten Orientierung für den Leseprozess, wenngleich die vielen Handlungsorte, Gilden und Figurenkonstellationen gerade ungeübtere Leser/innen vor leichte Herausforderungen stellen können (s. Leseförderung). Insbesondere Leser/innen von klassischer und modernerer Fantasy-Literatur („Der Herr der Ringe“) werden jedoch zahlreiche Parallelen entdecken, so dass der Leseprozess leichter ausfallen sollte.
Der „Bund der Schattenläufer“ ist eine bis zum Schluss spannend erzählte und fantasievolle Abenteuergeschichte, bei der die Helden deutlich machen, wie sehr man über sich selbst zum Wohle aller hinauswachsen kann.

Das Buch ist gerade für Leser mit einem Interesse für das Mittelalter und Monsterwesen sehr interessant. Um die durchauch vielen Figuren und Bezeichnungen transparent zu erfassen, lassen sich die Figuren und deren Beziehungen zueinander durch Steckbriefe und ein Soziogramm visualisieren, zumal einige der „Schrecknisse“ und Orte bereits bildlich dargestellt werden.
Für die Figurenentwickung von Zed lässt sich eine Entwicklungskurve entlang der Dimension „Selbstvertrauen“ arbeitsteilig entwickeln, die zugleich eine inhaltliche Sicherung bilden kann.
Unter dem Aspekt der Urteilsbildung kann für komplexere Lernwege die Funktionsweise der (sehr hierarschischen) Gesellschaft Freestones näher betrachtet und Vorstellungen von Gesellschaftsordnungen diskutiert werden. Hier kann produktionsorientiert an die konzentrische Anordnung der Stadt mithilfe der Illustrationen angeknüpft werden.