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Buchempfehlungen

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Buchcover Dan Smith: Das Exodus Projekt

Rezension von Kristina Schmitt

Tick-tack-tick-tack... Der 12-jährige Zak und seine Familie sitzen im Dunklen auf der einsamen Polar-Forschungsstation fest: Die anderen Familien sind verschwunden, Licht und Heizung ausgefallen. Das einzige Geräusch: das metallische Tick-tack-tick-tack der Drohnen-Riesenspinnen, die sich nicht mehr kontrollieren lassen. Ein mitreißender nervenaufreibender Thriller mit hohem Gruselfaktor.

BuchtitelDas Exodus Projekt
AutorDan Smith
GenreKrimi & Thrill
Lesealter12+
Umfang298
Edition1. Auflage
VerlagChickenhouse
ISBN978 3 551 52107 1
Preis18,00

Der 12-jährige Zak und seine Familie sind auf dem Weg zur ‚Station Zero‘, einer Polar-Station mitten in der Antarktis. Dort werden mehrere Familien auf ein Marsbesiedelungsprojekt vorbereitet. Zaks Eltern sind Wissenschaftler und wollen die Fortschritte des Projektes verfolgen, für welche sie Spinnendrohnen entwickelt haben.

Das kleine Propellerflugzeug rutscht im Sturzflug auf das Eis und landet rumpelnd vor der Polar-Station mitten in der dunklen einsamen Antarktis. Schon während der Landung bemerken Zak und seine Familie, dass hier irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. 

Als sie die Station betreten, bestätigt sich ihre Vermutung: Sie können die Familien nicht finden. Jegliche Kommunikationssysteme, Heizung und Strom sind ausgefallen. Dann verschwindet auch noch ganz plötzlich der Pilot.

Die einzigen, die sie auffinden können, sind die Spinnen-Drohnen, die sich anscheinend selbstständig gemacht haben. Der Ort entpuppt sich als Falle und eiskalter dunkler Albtraum. Tick-tack-tick-tack – das metallische Geräusch der 8-beinigen Drohnen jagt sie durch die Kälte und Dunkelheit – wie haben sich die Spinnen selbstständig gemacht und wo sind die anderen Bewohner der Station? Zak und seine Familie befinden sich in einem actionreichen Abenteuer, das noch einige überraschende Wendungen bereithält.

Eine Leseprobe kann auf der Verlagsseite eingesehen werden.

Das Exodus Projekt ist ein mitreißender Jugendthriller, der durch das rasante Erzähltempo und den großen Gruselfaktor kaum Zeit für eine Pause lässt. Die spannende Geschichte dreht sich um den 12-jährigen Protagonisten Zak, der gemeinsam mit seiner großen Schwester May und seinen Eltern das unerwartet mysteriöse Abenteuer an der Antarktis bestreitet. Nur durch den Zusammenhalt der Familie und den Mut des jungen Helden Zak gelingt das Überleben in der unerbittlichen Kälte und Dunkelheit des Südpols und das Aufhalten der geheimnisvollen Bedrohung. 

Durch die Perspektiven- und Zeitwechsel in drei Strängen, die gut mitzuverfolgen sind, wird die Spannung durch die komplette Lektüre hinweg gesteigert und die Handlung erlebt durch originelle Ideen immer wieder unerwartete Wendungen. Der Autor schafft es dabei, die Handlungsstränge aus unterschiedlichen Zeitfenstern und verschiedenen Perspektiven so zu konstruieren, dass ein dichtes Erzählnetz gewoben wird und der Spannungs- und Gruselfaktor an keiner Stelle abbricht. Durch den rasanten Schreibstil und die bildliche Sprachgestaltung wird der Leser von Beginn an so stark in den Bann der Erzählung gezogen, dass man die Kälte und Bedrohung fast schon spüren kann.

 

Besonders überzeugend ist die ausdifferenzierte Gestaltung der Charaktere, vor allem die des sympathischen Protagonisten Zak. Dass Zak kein gewöhnlicher Junge ist, erfährt der Leser gleich zu Beginn, wobei erst ganz am Ende die Ursache der mysteriösen Symptome aufgeklärt wird. Aus der Ich-Perspektive lässt der Autor den Leser in die Innenwelt des Jungen blicken und die Geschehnisse mit seinen Augen sehen und hautnah miterleben. Dadurch wird das Identifikationspotenzial gestützt und die Entwicklung der Figur authentisch und nachvollziehbar. So stehen im Laufe der Erzählung nicht nur die Ängste, Schwächen und Nöte von Zak in all den gruseligen Situationen im Fokus, sondern auch sein Mut, seine Stärken und Gedanken. 

Besonders in den Beziehungen zu den Familienmitgliedern wird die Entwicklung des Jungen und die vielseitige Zeichnung der Charaktere deutlich: Zak und May, ein typisch streitendes Geschwisterpaar,  wachsen durch das gefährliche Abenteuer eng zusammen und auch die Eltern, die immer wieder zwischen Wissenschaft und Familie stehen, sehen Zak mit neuen Augen und nehmen ihn immer mehr als tapferen jungen Mann wahr. Auch wenn Zak am Ende als mutiger Held das Mysterium auflöst und die Menschen rettet, lässt ihn der Autor nicht abheben und zeigt mit Zak das Leben eines Teenagers mit allen Facetten auf.

Dieser Aspekt des Familienzusammenhalts und daraus schöpfenden Muts ist ein zentraler Punkt, der im Rahmen des packenden Abenteuers und den unvorhergesehenen Ereignissen eine große Rolle spielt und großes Potenzial zur Identifikation für junge Leser hat. 

Einen weiteren Spannungsfaktor, besonders für junge Leser, bieten die Technologie- und Science-Fiction-Elemente. Dies zeigt sich vor allem in den detailreichen Schilderungen der riesigen Spinnendrohnen, die ein komplexes System aus 3D-Druckern und Metallgehäuse besitzen und sich dadurch selbst vervielfältigen können. Das mysteriöse Gewebe, das sich in die Spinnendrohnen eingenistet und verselbstständigt hat, lässt die Menschen die Drohnen nicht mehr kontrollieren, wodurch diese zur Bedrohung für Zak und seine Familie werden – zumindest auf den ersten Blick.

Ein kleiner Kritikpunkt findet sich am Ende des Thrillers: Die Auflösung kommt unerwartet schnell und direkt und könnte die ein oder andere Erklärung meines Erachtens noch vertragen. Insgesamt ist das Ende dennoch befriedigend und löst die Geschichte gut und spannend auf. 

 

Alles in allem ein packendes Abenteuer, das mit Spannung, Action, mutigen Charakteren und einem einzigartigen Sprachstil überzeugt und nicht nur für Jungen eine empfehlenswerte Lektüre ist.

Der Thriller eignet sich besonders durch den Spannungs- und Gruselfaktor als leseanimierende Lektüre. Durch das rasante Erzähtempo und die bildliche Sprache fällt es auch Weniglesern leicht, an der Geschichte dranzubleiben und nicht so schnell aufzugeben – hier will man einfach wissen, wie es weitergeht!

Dabei ist Das Exodus Projekt vor allem als Privatlektüre oder in Schul- und Klassenbibliotheken für freie Lesezeiten zu empfehlen. Als Klassenlektüre könnte der Gruselfaktor für schwächere Gemüter und Kinder, die mit Fiktion noch nicht so gut umgehen können, eventuell zu überfordernd und einnehmend sein.