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Buchcover Geoff Rodkey: Dreckswetter und Morgenröte – Die Legenden der Blauen Meere

Rezension von Lisa Walter

Der dreizehnjährige Egbert, genannt Egg, hat es nicht leicht. Er lebt mit seinen beiden Geschwistern Adonis und Venus, die ihn ununterbrochen tyrannisieren, und seinem übellaunigen Vater auf der Insel Dreckswetter. Diese ist bekannt für Hitze, Gestank und die Stinkfruchtplantage, die seinem Vater gehört und auf der auch Egbert aushelfen muss. Neben ihm arbeitet dort auch ein Haufen Piraten, die durch ihre Seereisen zu viele Körperteile verloren haben, um weiterhin Schrecken auf den Meeren verbreiten zu können...

BuchtitelDreckswetter und Morgenröte – Die Legenden der Blauen Meere
AutorGeoff Rodkey (übersetzt von Claudia Max)
GenreAbenteuer
Lesealter12+
Umfang360 Seiten plus Glossar
EditionHardcover 2013
VerlagCarlsen Verlag
ISBN978-3-551-55641-7
Preis15,90 € (Hardcover)

Der dreizehnjährige Egbert, genannt Egg, hat es nicht leicht. Er lebt mit seinen beiden Geschwistern Adonis und Venus, die ihn ununterbrochen tyrannisieren, und seinem übellaunigen Vater auf der Insel Dreckswetter. Diese ist bekannt für Hitze, Gestank und die Stinkfruchtplantage, die seinem Vater gehört und auf der auch Egbert aushelfen muss. Neben ihm arbeitet dort auch ein Haufen Piraten, die durch ihre Seereisen zu viele Körperteile verloren haben, um weiterhin Schrecken auf den Meeren verbreiten zu können.
Als sein Vater an Eggs Geburtstag mit ihm und seinen Geschwistern zu der schönen Nachbarinsel Morgenröte reisen will, wittert Egg ein Geheimnis, auf das der Vater gestoßen sein muss. Auf Morgenröte laufen sie dem Geschäftsmann Roger Pembroke in die Arme, der sie auf seinem Anwesen aufnimmt. Als Eggs Familie von einer Ballonfahrt nicht zurückkehrt, die Pembroke arrangiert hat, wird Egg misstrauisch und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.
Auf der Flucht vor Pembroke und seinen Leuten kommt Egg als blinder Passagier auf einem Schiff unter. Als dieses von Piraten überfallen wird, lernt er den Schiffsjungen Guts kennen, der sein engster Verbündeter wird. Beide wollen Pembroke, der auf Dreckswetter den legendären Schatz des Feuerkönigs Hutmatozal vermutet, zuvorkommen. Als unverhofft die eigensinnige Millicent, Pembrokes Tochter, zu Hilfe kommt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit…

Die Leseprobe zu "Dreckswetter und Morgenröte – Die Legenden der Blauen Meere" von Geoff Rodkey finden Sie unter dem folgenden Link:
www.carlsen.de/hardcover/die-legenden-der-blauen-meere-band-1-dreckswetter-und-morgenrote/27572#Special

Egg ist ein Junge aus armen Verhältnissen, der im Laufe der Geschichte zum Helden heranreift, indem er verschiedene Aufgaben meistert. Bei der Bewältigung dieser zeigt Egg sich menschlich, denn er hat Ängste und Zweifel, die er aber überwindet.  Somit kann er dem Leser als Identifikationsfigur dienen.

Die Geschichte weist viele der bewährten Figurenkonstellationen der klassischen Heldengeschichte auf.

Der Gegenspieler und somit „Schatten“ von Egg ist der mächtige Geschäftsmann Roger Pembroke, der ebenfalls den Schatz finden will und versucht, Egg zu beseitigen, um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Der Schiffsjunge Guts fungiert in weiterem Sinn als „Mentor“, da er sich – nach anfänglichem Ablehnung –  mit Egg anfreundet, Egg viele hilfreiche Tricks gibt und beide im Verlauf der Geschichte gemeinsam gegen alle Hindernisse kämpfen, die sich ihnen in den Weg stellen.

Millicent, die Tochter von Pembroke, in die sich Egg sofort verliebt, stellt die Figur des „Gestaltwandlers“ dar. Zu Beginn verstehen sich beide prächtig und Egg ist sich der Loyalität Millicents sicher. Im Verlauf der Geschichte zweifelt Egg jedoch immer mehr an Millicent, die alles daran setzt zu verhindern, dass Egg ihren Vater Pembroke jagt.

Die „Schwellenhüter“ sind die Piraten, vor denen sich Egg und seine Gefährten in vielen Situationen in Acht nehmen müssen, um ihnen zu entkommen.

Insgesamt lassen sich in diesem Abenteuerroman grob alle Stationen der „Reise des Helden“ nach Christopher Vogler identifizieren (vgl. Christopher Vogler: Die Odyssee des Drehbuchschreibers): Der Leser wird zunächst in Eggs „gewohnte Welt“ auf Dreckswetter eingeführt. Der „Ruf des Abenteuers“ beginnt mit dem Aufbruch zur Insel Morgenröte und dem Ballonunglück von Eggs Familie. Zunächst „weigert“ sich Egg, das unbeschwerte Leben in der Wolkenvilla aufzugeben. Da er sich doch entschließt, den Schatz zu suchen und dafür die „erste Schwelle zu überschreiten“, muss er viele Bewährungsproben bestehen, um Pembroke zu entkommen. Auf Dreckswetter besteht Egg die „entscheidende Prüfung“ gegen seinen Herausforderer Pembroke mit der Unterstützung seiner Gefährten. Die „Belohnung“ ist zunächst die Option auf den Schatz, den er nur mithilfe der Eingeborenen finden kann. Eine „Rückkehr in die Heimat“ ist am Ende des ersten Bandes noch nicht in Sicht, da Egg zunächst die Hilfe der Eingeborenen benötigt, um dem Schatz ein Stück näher zu kommen.

Die Geschichte wird chronologisch aus Ich-Perspektive des Protagonisten Egg erzählt, sodass der Leser das Gefühl hat, er erlebt die Abenteuer von Egg selbst. Die relativ kurzen Sätze sorgen dafür, dass auch ungeübtere Leser nicht die Freude am Lesen verlieren.

Das Cover des Buches ist durch die kräftigen Farben in orange, lila und pink sowie dem Skelett in der Mitte ein echter Blickfang, der Lust auf den Inhalt macht. Autorname und Untertitel sind in einer schnörkeligen Schrift gestaltet, die vermuten lässt, dass es sich um eine Welt von vor langer Zeit handelt, in der Piraten noch ihr Unwesen trieben und die Seeleute in Angst und Schrecken versetzten.

Die Landkarte in der Innenseite des Buchdeckels verdeutlicht die Lage und Entfernungen der einzelnen Inseln, sodass der Leser einen Überblick über die Blauen Meere gewinnen kann.

Am Ende des Buches befindet sich ein „kleines Piratenglossar“, in dem einzelne Begriffe erläutert werden, die im Roman Erwähnung finden.

Die Kapitel haben jeweils eine Länge von etwa 20-30 Seiten, die die Geschichte gliedern und das Lesen übersichtlicher gestalten.

Fazit: Ein spannend geschriebener Abenteuer-Roman, der Lust macht, die weiteren Bände der Trilogie zu lesen, um zu erfahren, wie es mit Egg und dem Schatz des Hutmatozal weitergeht!

„Dreckswetter und Morgenröte“ kann bei lesegeübten Jungen bereits ab 12 Jahren empfohlen werden. Leseschwächere Schüler sollten es aufgrund des Umfangs von 360 Seiten eventuell erst ab 14 Jahren lesen. Wenn man mit Viellese-Verfahren oder Verfahren der Lese-Animation arbeitet,  bei denen es auf ein breites und gender-gerechtes Angebot an Lesestoffen ankommt, sollte dieser Roman in der Bücherkiste nicht fehlen. Besonders da es sich um eine Trilogie handelt und das Ende somit offen ist, werden die Schüler animiert, zum zweiten Band zu greifen.